Studieren in Sydney - Studium in New South Wales - Auslandsstudium in Australien

Auslandsstudium in Australien

The University of Sydney - Universität in Sydney
.: Diese Seite ist ein Informationsangebot des Instituts Ranke-Heinemann zum Auslandsstudium in Australien :.

 
Institut Ranke-Heinemann

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Erfahrungsberichte - The University of Sydney / Australien


Kilian Huempfer: Mechatronics [2/2011 - 7/2011]
Kristin Steinbring: Master of Labour Law and Relations [7/2008 - 6/2009]
Felix Krupar: Law [2/2008 - 8/2008]
Samuel Haag: Englisch, BWL [1/2008 - 7/2008]
Michael Fretschner: Business [2/2007 - 9/2007]
Michaela Schlupp: International Business Strategies [12/2005 - 3/2006]
Miriam Lichstein: Jura [3/2005 - 3/2006]
Tobias Hutter: Architektur [6/2003 - 6/2005]
Florian Saur: BWL [7/2003 - 11/2004]
Jens Pozimski: business [2/2003 - 2/2004]
Michael Wurst: Economy & Business [7/2003 - 11/2003]
Janine Kilb: Business [7/2003 - 11/2003]
Christiane Fleischer: Business Administration [2/2003 - 7/2003]
Jan Peter Sasse: Wirtschaft [0/2001 - 0/2001]
Hanno Beckert: BWL [2/2000 - 12/2000]

Erfahrungsbericht - Kilian Huempfer



1. Über mich

Kurz zu meiner Person: Ich bin 24 Jahre alt, studiere an der FH Würzburg-Schweinfurt Diplom Ingenieurinformatik und war während meines Auslandssemesters im 6. von 8 Semestern.
Dies sollte mein erster, längerer Auslandsaufenthalt werden und dementsprechend gab es einiges für mich zu lernen und zum ersten Mal zu organisieren.

2. Vorbereitung

Meine Vorbereitung (die hauptsächlich erstmal aus Internetrecherche bestand) fing schon 1 ½ Jahre vor meinem richtigen Auslandsaufenthalt an. Aber wie immer, kommen doch unerwartete Planänderungen, unvorhergesehene Probleme und auch persönliche Entscheidungen während dieses Prozesses vor. So hatte ich zuerst geplant, an eine Partnerhochschule von meiner FH zu gehen, doch nach und nach stellte ich fest, dass keine so wirklich interessant für mich ist. Auch meine ersten Studienziele wie die USA oder Asien habe ich früher oder später dann gegen mein endgültiges Ziel Australien aufgegeben.

Dafür hatten mehrere Gründe gesprochen:

1. Vorlesungen sind alle in Englisch (meiner einzigen Fremdsprache)
2. Ich wollte weit weg und nicht nur 2-3 Stunde entfernt von daheim studieren (sprich nicht in Europa)
3. Ranke-Heinemann hatte nen Top-Service im Internet auf die Beine gestellt, der mir das Land und auch die Unis gut vorstellten und alle Fragen eines Studenten recht gut beantworteten
4. ES IST AUSTRALIEN

Also Flug über STA gebucht, dank DAAD-Sprachtest und Ranke-Heinemann keinen kostenpflichtigen Sprachtest benötigt, unglaublich hohe Studiengebühren (ist leider so, wenn es keine Partnerhochschule ist) bezahlt, Visum online beantragt (und bezahlt), DKB-Kreditkarte organisiert und Notenanerkennung an der Heimat-FH abgeklärt.


3. Wohnung

Tja so einiges ist ja schon an Vorbereitung abgegangen und natürlich macht man sich da auch Gedanken über eine passende Unterkunft. Doch je mehr ich recherchierte und mich informierte, wurde mir klar, dass ich wohl doch lieber vor Ort anstatt von der Ferne eine Wohnung suchen werde, da jeder in die Anzeige reinschreibt „Schönes Zimmer“ – Aber unter „schön“ versteht wohl jeder etwas anderes ☺

Deshalb hab ich mir für 2 Wochen ein Hostel in der Innenstadt gebucht (Base Hostel in Sydney) und dann bin ich von dort mithilfe von sydney.gumtree.com.au auf Wohnungssuche gegangen.
Nach 3 Besichtigungen hatte ich dann erstmal ein ungefähres Gespür, was so in Sydney auf dem Wohnungsmarkt abgeht. Kurz zusammengefasst: Große Unterschiede sowie klein und teuer. Also Ansprüche nach unten geschraubt und am Ende wurde es ein Zimmer in einem Shared House. Also Küche wird von allen benutzt und mein Bad hab ich mit meinen Nachbarn geteilt. 15 Minuten Fußweg zur University of Sydney und das ganze für AU$200 / WOCHE. Und das ist leider absoluter Durchschnitt. Plant das also mit ein!
Gewohnt habe ich zwischen Surry Hills und Redfern. Diese Gegend wird immer als gefährlich etc. betitelt aber ich kann euch sagen, dass ich dort NIE etwas negatives gesehen habe. (Sind wohl alte Ammenmärchen, die den dort lebenden Aborigines angehängt werden)

4. Uni / Studieren

Die Uni habe ich über die Website von Ranke-Heinemann gefunden. Da die Uni eine sehr ansprechende und gut informierende Website hat, war sie gleich für mich interessant. Vor allem der eigene Bereich für internationale Studenten macht gleich das Gefühl, dass man vor Ort auch gut betreut wird. Ein weiterer positiver Punkt, der für die Uni sprach, war der gute Ruf – so gehört sie der „Group of 8“ in Australien – ähnlich den TU9 in Deutschland an.
Mit über 50 000 Studenten bleibt bei der University of Sydney natürlich genug Zeit für Abwechslung und um neue Leute kennenzulernen. Ich war selber auf dem Hauptcampus relativ zentral in der Stadt und dort bekommt man immer was vom sehr aktiven Studenten- und Campusleben mit.
Mit über 200 Clubs ist die Sydney Uni eine der aktivsten Unis Australienweit. Diese werden über ein Mitgliedermodell der „Union“ gefördert und finanziert. Zur Teilnahme muss man Mitglied werden und ca. A$70 für ein Semester bezahlen. Im Gegenzug kann man bei so vielen Clubs und Societies Mitglied werden, wie man will. Jeder Club bekommt für jede Aktion (Grillen, Konzert, Kneipentour....) von der Union wieder einen Teil des Mitgliedsbetrages ausgezahlt und so gibt’s z.B. ein All-You-Can-Eat-BBQ für A$1. Nicht zu vergleichen mit meiner Heimathochschule in D!

Ich hatte die Mindestzahl an 3 Kursen an der Uni gewählt (18 Credit Points) und kann dass auch nur jedem empfehlen. Man hat einfach mehr Zeit sich auf die Kurse zu konzentrieren und natürlich auch um die Stadt und Leute besser kennenzulernen.

Meine Engineering-Kurse waren sehr anspruchsvoll (das liegt vielleicht auch daran, dass ich von einer FH komme und es Kurse aus dem 6. Semester waren) und ich musste dementsprechend viel Zeit für Vor- sowie Nachbereitung aufwenden. Allgemein ist das Bewertungs- und Testsystem sehr unterschiedlich zu meinem Diplomstudiengang, bei dem am Ende des Semesters 100% der Leistung in einer Prüfung abgefragt wird. Denn hier wird die Note aufgeteilt – so zählt teilweise die Anwesendheit zur Note, man muss Projekte machen, Berichte schreiben und eine Zwischenprüfung gibt es auch in allen Fächern. D.h. es wird eigentlich fast jede Woche irgendwo einen Leistungsnachweis geben, was doch teils sehr stressig ist.


5. Sydney

Tja was soll man zu dieser Stadt sagen? Jeder kennt sie wohl vom spektakulären Neujahresfeuerwerk an der Harbour Bridge und dem Sydney Opera House. Doch kennt ihr Sydney auch als eine der Kulturhauptstädte der Welt? Während meiner Zeit dort war fast jede Woche ein anderes Festival in der Stadt (Vivid-Light-Festival, Museum-Week, Short-Film-Festival, Movie-Week, Food-Festival) Und Dank der Multi-Kulti-Gesellschaft dort (Haupteinflüsse kommen aus Asien, Indien und natürlich Europa) wird dort so ziemlich jeder internationale Feiertag gefeiert (Chinesisches Neujahr, St. Patricks Day, Midsommer, 4th July, Queen’s Birthday)
Genau dieses Internationalität macht dann eben vielleicht auch den Unterschied zu anderen Städten, in denen man ein Auslandssemester machen kann. Ich habe Freunde aus allen Teilen der Welt kennengelernt und hatte die Möglichkeit Speißen und Restaurants aller Stilrichtungen ausprobieren zu können.
Gut, ich denke über das Weggehen in so einer Stadt muss ich auch nicht mehr viele Worte verlieren? Es gibt unzählige Studenten- und Backpackerclubs (Scary Canary, Sidebar, Scubar, The Gaff) aber auch richtige High-Class-Clubs (Club Ivy, Hugos). Preislich ist leider alles am oberen Ende angesiedelt aber dazu später mehr.


6. Reisen

Bekannt ist Australien sicher unter den Deutschen als Reiseland – auch wenn der drittgrößte Wirtschaftszweig des Landes inzwischen schon die Bildung ist. Dank Work&Travel-Visa findet man Landsmänner und –frauen wirklich überall.

Ich hatte Glück und konnte in den Osterferien einen Trip nach Neuseeland machen. Auch über das Wochenende lassen sich super Kurzreisen unternehmen. Great-Ocean-Road und Melbourne sind mit einem Billigflieger für unter A$100 zu erreichen. Oder auch die Hauptstadt Canberra ist für ein paar Tage sehr interessant. In der Mitte liegt dann natürlich noch der majestätische Uluru (oder früher Ayers Rock) – leider hat es für mich zeitlich nicht mehr ganz ins Outback gereicht, da ich eine Tour an der Ostküste inkl. Great-Barrier-Reef über 3 Wochen vorgezogen hatte. Freunde suchen&finden, Camper buchen und loslegen – so oder so ähnlich haben es die meißten Studenten am Ende des Semesters gemacht. Und was man so erlebt, gibt einem Recht. Dieses rießige Land bietet einfach alles. Im Süden fängt man an und bestaunt die schönen Weinanbaugebiete, weiter nördlich kommt man an den Zuckerrohrplantagen vorbei und in der Nähe von Cairns und in Queensland sieht man dann die Bananenplantagen und genießt das subtropische Klima. Für mich hieß es dann weiter auf die Fidschi-Inseln und die Seele baumeln lassen.

Ihr seht also – egal was ihr macht, ihr werdet unglaubliche Landschaften sehen und das Land lieben lernen!

7. Kosten

Ich hatte das Glück ein monatliches Stipendium für meinen Auslandsaufenthalt zu haben. Denn wie schon erwähnt, sind die Lebenshaltungskosten in Australien und vor allem in Sydney auf einem sehr hohen Niveau.
Wohnen A$200/Woche, Essen gehen A$15, Bier im Club A$7, Cocktail A$15, S-Bahn A$3,60 ...

Ihr seht, wer etwas genießen und Feiern will, sollte etwas mehr Geld einplanen. Dafür gibt es auch unendlich viele kostenlose Aktivitäten, wie die meisten von mir erwähnten Festivals.

Falls ihr jetzt auf den Geschmack gekommen seit, dann geht mal auf meinen Blog, den ich für meinen Auslandsaufenthalt erstellt habe (Mit über 500 Bildern usw.)
http://kilidownunder.wordpress.com


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Erfahrungsbericht - Kristin Steinbring



Von Juli 2008 bis Juni 2009 studierte ich für zwei Semester an der University of Sydney und machte dort meinen "Master of Labour Law and Relations", einen spezialisierten LLM- Studiengang. Im folgenden möchte ich euch ein paar Informationen zur Uni, dem Studiengang und dem Leben in Sydney geben.

DIE UNIVERSITY OF SYDNEY

Die University of Sydney ist eine zentral gelegene Campus-Uni und umfasst die Stadtteile Camperdown und Darlington. In den letzten Jahren wurden auf dem Campus einige Renovierungsmaßnahmen durchgeführt und neue Gebäude fertiggestellt. Vor allem für Juristen, BWLer und Naturwissenschaftler sind die Studienbedingungen durch neue Bibliotheken und Computerräume im Vergleich zu Deutschland sehr angenehm. Aber für die - auch innerhalb von Australien vergleichsweise hohen - Studiengebühren kann man ja auch bessere Ausstattung und höheren Service erwarten. Neben den schicken neuen Gebäuden befinden sich auf dem Campus auch viele gut gepflegte historische "sandstone buildings". Vor allem das Hauptgebäude, das so genannte "Main Quadrangle", mit seinem Ausblick über die Skyline von Sydney ist sehr beeindruckend. Zur netten Campus-Atmosphäre tragen außerdem viele Grünflächen und Sitzgelegenheiten im Freien bei. Für das leibliche Wohl wird auf dem Campus durch verschiedene Food Courts und etliche "coffee carts" gesorgt. Wem es auf dem Campus zu teuer ist, kann im nahe gelegenen Newtown mittags für 6$ thailändisch essen gehen. Toll für Sparfüchse ist außerdem die coffee card: nach sechs Kaffee gibts den siebten umsonst!

Sparen kann man auf dem Campus auch mit der so genannten "Access Card", die von der University of Sydney Union (USU) ausgegeben wird. Für 99$/Jahr spart man 15% auf Essen, Getränke, Schreibwaren, Uni-Souvenirs etc. Die Karte kann man auch in einigen Läden/Cafés außerhalb des Campus verwenden, lohnenswert ist sie also allemal. Die beste Campus-Atmosphäre wäre natürlich nichts ohne studentisches Engagement. Auch in dieser Hinsicht habt ihr an der Sydney Uni fast grenzenlose Auswahlmöglichkeiten: bei der USU sind ca. 200 studentische Clubs und Societies organisiert, die sich verschiedensten religiösen, politischen, sportlichen und sprachlichen Interessen oder einfach lustigen Hobbies verschrieben haben. Wer Heimweh hat, kann sich also dem German Klub oder der Chocolate Society anschließen; wer die Umgebung kennen lernen will, sollte mal bei der Bushwalking Society vorbeischauen. Speziell an international students richten dann zB noch Unimates, das Buddy Program und Australian Discussion Groups.

Für Sportbegeisterte empfiehlt sich außerdem das Sydney University Sports and Aquatic Centre (SUSAC), ein auf dem Campus gelegenes Soprtzentrum mit Fitness-Studio und Swimming-Pool, wo man auch Basketball-, Squash- und Tenniscourts buchen kann. Für Studenten gibts Rabatt, und wenn man einen mehrmonatigen Vertrag abschließt, kann man günstig (für ca. 10$/Woche) trainieren. Außerdem werden im SUSAC auch regelmäßig Tauchkurse angeboten. Somit sollte wohl für jeden genug Auswahl bestehen, wo und wie man sich ins Campus-Leben integrieren möchte!

DER MASTER OF LABOUR LAW AND RELATIONS

Wie oben schon erwähnt, habe ich mich für einen spezialisierten LLM-Studiengang - im Gegensatz zu einem sog. General LLM - entschieden und war auch sehr zufrieden mit dieser Wahl. Meine Freunde unter den international students, die fast alle den General LLM gemacht haben, waren teilweise nicht so zufrieden mit dem Angebot an Kursen, unter denen sie auswählen konnten, und mit der Qualität (v. a. didaktisch) der Dozenten. In den Veranstaltungen zum internationalen Recht fühlten sie sich zT unterfordert, in Vorlesungen zum australischen Recht dann eher überfordert. Mein Studiengang war zur Hälfte australisches Arbeitsrecht, zur anderen Hälfte HR, also Human Resources/Personalwesen. Gerade dieser interdisziplinäre Ansatz hat mir sehr gefallen, und es war eine tolle Gelegenheit, nicht nur Juristen kennen zu lernen. Allerdings muss man darauf vorbereitet sein, dass unter den BWL-Studenten viel mehr Asiaten, vor allem Chinesen, sind als bei den Jurastudenten. Dort war die Herkunft der international students viel mehr gemischt - von Europäern bis zu Südamerikanern und Asiaten war alles vertreten. Die BWL-Vorlesungen and ich teilweise etwas weniger anspruchsvoll als die Jura-Vorlesungen, aber das lag wohl hauptsächlich an den Dozenten und nicht am Fach. Insgesamt gesehen waren alle Kurse gut zu schaffen, vorausgesetzt, man hat auch etwas dafür getan. Durch das System der "intensive units" (Blockkurse), welches ja in anderen Erfahrungsberichten schon mit seinen Vor- und Nachteilen beschrieben wurde, hat man zwar mehr Freiheit und Flexibilität, ist aber bei der Vor- und Nachbereitung auch mehr auf sich selbst und seine Selbstdisziplin angewiesen. Wenn möglich, sollte man also versuchen, eine Kombination aus intensive units und semester-length units hinzubekommen, aber das hängt natürlich immer davon ab, wann welche Vorlesungen in welchem Modus angeboten werden. Für mich hat es sich bewährt, zumindest den Großteil der empfohlenen "reading materials" auch wirklich zu lesen oder zumindest zu überfliegen, denn nur durch viel lesen bekommt man einen Einstieg ins australische Recht. Über das Bestehen von Essays, Take-home Exams und sonstigen Papers würde ich mir bei Beherrschen des Gutachtenstils und halbwegs ordentlichen Englischkenntnissen keine Sorgen machen. Ordentliches Zitieren sollte man während des Studiums in Deutschland ja ebenfalls gelernt haben, wenn auch die Regeln in einzelnen Punkten abweichen. Aber daran gewöhnt man sich schnell, genauso wie an die Arbeit mit unbekannten Suchmaschinen. Es sind - und das gilt für die Dozenten ebenso wie für die Bibliotheksmitarbeiter - an der Uni auch wirklich alle sehr hilfsbereit und helfen einem bei aufkommenden Fragen und Problemen gern weiter. Das Einarbeiten ins australische Recht war letztendlich nicht so schwierig wie befürchtet. Ich denke, dabei hilft es auch, wenn man sich von vornherein auf ein bestimmtes Rechtsgebiet spezialisiert und die Vorlesungen zum Teil aufeinander aufbauen. Außer dem Master of Labour Law and Relations gibt es unter anderem auch spezialisierte Programme im Umweltrecht und im Verwaltungsrecht.

LEBEN IN SYDNEY

Wie bekannt sein dürfte, ist Sydney eine Stadt mit hoher Lebensqualität und landet in derartigen Rankings häufig unter den Top Ten. Dazu tragen sicherlich der Hafen mit der berühmten Harbour Bridge und dem Opernhaus ebenso bei wie die vielen Strände, der Taronga Zoo, der Botanische Garten, sonstige Sehenswürdigkeiten und natürlich das (meistens) tolle Wetter. Auch in kurzer Entfernung von Sydney gibt es viel zu entdecken - die Halbinsel Manly mit ihrer Strandpromenade und den Surfshops; die Blue Mountains, die zwei Autostunden entfernt zum Wandern einladen und spektakuläre Ausblicke zu bieten haben; sowie das Hunter Valley, wo man nicht nur Wein, sondern auch viele andere kulinarische Köstlichkeiten, zB Oliven, Honig und Käse, probieren kann.Die Schattenseiten von Sydney dürften aus anderen Erfahrungsberichten ebenfalls bekannt sein - hohe Mieten und - jedenfalls im Vergleich zu deutschen Großstädten - überlasteter öffentlicher Personennahverkehr.

Zu den Mieten: Ich hatte Glück und habe campusnah, in Newtown (zehn Minuten zu Fuß zum Campus) ein WG-Zimmer für 150$/Woche (ohne Nebenkosten) gefunden. Das sind umgerechnet auch immerhin schon 350 €/Monat. Die meisten meiner Freunde sind allerdings kaum unter 200$/Woche ausgekommen. Darauf muss man einfach gefasst sein, da der Mietmarkt in Sydney sehr umkämpft ist, zumal, wenn man zentral wohnen will. Am Strand (Bondi, Coogee), sind die Mieten tendenziell noch mal höher, auch bietet es sich als Sydney Uni Student kaum an, dort zu wohnen, es sei denn, man ist bereit, für den morgendlichen Strandspaziergang oder Surfgang 60 Minuten Fahrtweg zur Uni in Kauf zu nehmen. Ganz Geschäftstüchtige mieten einfach eine komplette Wohnung und vermieten die freien Zimmer unter - dabei sind einige meiner Bekannten fast auf mietfreies Wohnen gekommen. Das bietet sich allerdings eher für diejenigen an, die länger bleiben wollen, denn viele Vermieter machen nur Mietverträge ab sechs Monaten aufwärts. Dann gibt es natürlich noch "on-campus accommodation" - colleges und residences. Die einzelnen Unterkünfte findet man über die Homepage der Uni. Dort wohnt man dann wirklich bequem auf dem Campus - muss sich allerdings sehr früh (mehrere Monate im Voraus) darum kümmern, und billiger als eine privat gesuchte WG ist es im Zweifel auch nicht. Trotz aller schlechten Nachrichten: Lasst euch bei der Wohnungssuche nicht verzweifeln! Letztendlich findet jeder was - seid euch nur im Klaren, dass es um die zwei Wochen dauern kann, und kümmert euch vorher um eine Unterkunft für diese Zeit.

Zum ÖPNV:
In Sydney gibt es - wie in jeder Stadt - Busse, Regionalzüge, eine Straßenbahn, und außerdem noch Fähren und eine Hochbahn. Für Ortsunkundige empfiehlt sich am ehesten der Zug, denn dort gibt es immerhin Übersichtskarten und die Haltestellen werden angesagt. Mit dem Bus fährt man dagegen erstmal ins Blaue - weder findet man an der Haltestelle eine Karte, wo denn welcher Bus hinfährt, noch gibt es eine Durchsage der Haltestellen. Auch dem Fahrer zu erklären, wo man hinwill, und dass er einem bitte bescheid sagen soll, wenn man aussteigen muss, funktioniert nicht immer. Die Hochbahn ist eher eine Touristenattraktion als ein Transportmittel und noch dazu ziemlich teuer. Vom einst mal umfangreichen Straßenbahnnetz in Sydney existieren momentan nur noch zwei Linien (von Leichhardt und Glebe in die City), aber die Straßenbahn soll wohl in Zukunft wieder ausgebaut werden, da die Busse mehr und mehr überlastet sind. Das gilt vor allem für die Linien aus Sydneys Osten (Bondi, Coogee), wo die Zuganbindung schlecht ist. Wenn man Pech hat, fährt auch mal der eine oder andere voll besetzte Bus an einem vorbei. Ach ja, hier gleich der Tipp, immer schön Handzeichen geben, sonst hält der Bus gar nicht! Geld sparen kann man mit sog. TravelTens, also Zehnerkarten, die es für verschiedene Streckenlängen gibt. Je nachdem, wo man wohnt und wie oft man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, lohnt sich natürlich auch eine Wochen- oder Monatskarte. Das Tarifsystem ist allerdings ziemlich undurchschaubar und die Homepages der einzelnen Transportunternehmen helfen kaum weiter. Besser: www.131500.info - dort findet man Streckennetze, kann eine Routenanfrage eingeben und Fahrpreise ausrechnen. Außerdem kann man dieselbe Nummer auch anrufen, falls man mal irgendwo gestrandet ist und Hilfe braucht. Zu guter Letzt noch ein Hinweis: Taxi fahren ist in Sydney günstiger als in Deutschland und kann sich, zumal wenn man es mit mehreren teilt, durchaus im Vergleich zum ÖPNV lohnen. Vor allem auf dem Weg zum Flughafen, denn da ist der Zug extra teuer!

FAZIT

So, ich hoffe, ich konnte euch ein paar Tipps und Empfehlungen geben! Meine Zeit in Sydney und an der Uni war wirklich einmalig, ich habe den Lifestyle, die Internationalität und die Campusatmosphäre sehr genossen, viel unternommen, viele Leute kennen gelernt, viele neue Erfahrungen gemacht und viel gelernt. Euch allen wünsche ich eine ebenso tolle Erfahrung!


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Erfahrungsbericht - Felix Krupar



Erfahrungsbericht Sydney 08

Dank des Instituts Ranke-Heinemann habe ich im
Wintersemester 2008 ein Auslandssemester im Rahmen des
Study Abroad Programms der University of Sydney in Australien
machen können. Dieser Bericht soll allen Unentschlossenen
helfen sich für Australien zu entscheiden und allen bereits
Entschlossenen die Orientierung in Sydney erleichtern.

Bewerbung und Vorbereitung

Mein Entschluss mich für ein Semester in Australien zu
bewerben fiel relativ spät im Jahr 2007. Meine Bewerbung war
Dank Ranke-Heinemann einfach und unproblematisch. Die
Endgültige Bewerbung wurde schließlich Anfang November
abgeschickt. 4-5 Wochen später kam die Bestätigung meiner
Studienplätze in Sydney, Melbourne und Brisbane. Für mich war
die Entscheidung einfach, da Sydney die größte Stadt Australiens
ist und zudem die University of Sydney mit den besten Ruf in
Australien hat und selbst in Weltweiten Rankings immer wieder
in den Top 20 vertreten ist.
Weiter ging es mit der Vorbereitung meiner Anreise und Ankunft.
Leider war ich, einen Monat vor Abreite, viel zu spät dran mit der
Buchung der Flüge. So habe ich 1.400€ für meinen Flug nach
Sydney über London mit Tankstop in Singapur gezahlt. Dies geht
sicher um einiges billiger und besser. Zu überlegen ist auch
immer der Kauf eines Round the World Tickets, das häufig kaum
teurer ist als ein normaler Flug. Ich war leider zu spät dran um
noch ein günstiges RtW Ticket zu bekommen und hätte für
meine Wunschrute ca. 2.600€ zahlen müssen. Der Flug selbst ist
lang und nervig. Ich verbrachte insgesamt knapp 30 Stunden
unterwegs, Dank langem Aufenthalt in London.
Ebenfalls sollte man schon vor seiner Abreise eine Unterkunft in
Sydney buchen, da die meisten Backpacker und günstigen Hotels
erfahrungsgemäß ziemlich überfüllt sind zur Zeit des
Semesterbeginns. Ich habe ein Bett im 6er Dorm im Billabong
Gardens Backpacker gebucht
(http://www.billabonggardens.com.au/) und mich dort auch
nach anfänglichem Kulturschock sehr wohl gefühlt. Der Standart
liegt jedoch weit unter dem deutscher Jugendherbergen.
Ebenfalls zu empfehlen ist das Wake Up Hostel, das direkt an der
Central Station liegt und auch einen höheren Standard bietet,
jedoch auch etwas teurer ist. Generell muss man zwischen 20-
30$ pro Nacht, bzw. 140-200$ pro Woche. Dafür bekommt man
ein Zimmer mit 6 Betten und ein Bad pro Zimmer.

Ankunft und Wohnungssuche

Die Ankunft in Sydney gestaltet sich relativ unproblematisch. Die
Studenten der USYD werden am Flughafen willkommen geheißen.
Der Flughafen ist relativ nah am Zentrum und mit dem Zug ist
man für 12$ innerhalb von 10-15 Minuten an der Central
Station. Taxis sind ebenfalls zur genüge vorhanden und kosten
zwischen 20-30$ ins Zentrum.
Die Ankunft ist dennoch erstmal gewöhnungsbedürftig,
zumindest wenn man Europa gewöhnt ist. Sydney ist für
deutsches Empfinden relativ dreckig. Genauso wie die Hostels.
Gerade außerhalb des Zentrums fühlt man sich anfangs schnell
unwohl. Das Gefühl verschwindet aber schnell und bald kommt
einem Deutschland einfach zu sauber vor.
Die Wohnungssituation in Sydney ist zu Beginn jedes Semesters
erwartungsgemäß angespannt. Ich hatte eigentlich 5 Tage
geplant um eine Wohnung zu finden, war letzten Endes aber
ganze 2 Wochen im Hostel. Einerseits zwar weil die
Wohnungssuche schwerer war als erwartet, sicherlich aber auch
weil man das Hostelleben bald nicht mehr missen möchte!
Im Endeffekt hat aber noch jeder sein Wunschappartment in
Sydney gefunden. Gute Stadtteile zum wohnen sind, neben dem
überteuerten Zentrum, gerade für USYD Studenten Glebe,
Darlington, Camperdown, Surry Hills und das etwas alternative
Newtown. Weniger zu empfehlen ist Redfern, das so ziemlich das
schlechteste Viertel von Sydney darstellt. Für alle
Naturverbundenen und Surfer empfiehlt sich entweder Bondi
Junction/Bondi Beach, Coogee Beach oder Manly. Von Bondi ist
die Uni innerhalb von 20 Minuten mit der Ubahn erreichbar. Von
Manly hingegen muss man die Fähre nehmen und ist so
insgesamt eine gute Stunde unterwegs. Coogee ist mit dem Bus
in ca. 30mins vom Zentrum erreichbar. Ich habe ein Zimmer in
Bondi Junction gefunden, mit dem Bus 5 Minuten zum Strand, zu
Fuss 5 Minuten zur Ubahnstation. 10 Minuten fahrt ins
Stadtzentrum, 20 Minuten zur Uni. Für mich die perfekte
Location.
Die Wohnungspreise sind ebenfalls gewöhnungsbedürftig. So
habe ich für mein ca. 12qm Zimmer 200$ pro Woche gezahlt. Je
nach Lage kann man aber auch leicht für ein 8qm Zimmer 300$
zahlen. Viele Studenten haben zudem schlechte Erfahrungen mit
Vermietern gemacht, die sich weigerten die Kaution
zurückzuzahlen. Man sollte also darauf achten ein gutes
Verhältnis zu seinem Landlord zu haben.

Leben und Uni in Sydney

Hat man sich erst eingelebt in Sydney will man so schnell auch
nicht wieder weg. Nach ca. 1 Monate läuft man auch nicht mehr
konstant in den Linksverkehr. Sydney selbst bietet so viel wie
kaum eine andere Stadt. Von Großstadtflair und Multikulti im
Zentrum bis zum Surf und Skatemekka Bondi. Wunderschön
natürlich alles rund um den riesigen natürlichen Hafen, die Oper
und die Harbour Bridge. Sehr empfehlenswert und ein Geheimtip
ist zudem eine Fahrt nach Watsons Bay, dem nördlich-
östlichstem Punkt des Südufers. Erreichbar von Bondi Junction
mit dem Bus 380 bietet Watsons Bay einen atemberaubenden
Ausblick auf das gesamte Stadtzentrum samt Harbourbridge und
natürlich den Blick auf den Ozean.
Ebenfalls sehenswert sind die Blue Mountains, ca. eine
Autostunde westlich von Sydney, und das Hunter Valley, in dem
einige der besten australischen Weine angebaut werden. Zu
beiden Destinationen werden eintägige Ausflüge angeboten,
meiner Meinung nach, ist es aber klüger und billiger sich ein
Auto für ca. 80$ zu mieten und selbst auf Erkundungstour zu
gehen.
Zu erwähnen ist außerdem das öffentliche Nahverkehrssystem in
Sydney, das diesen Namen eigentlich nicht verdient hat. Die
Züge, eine Mischung aus U-Bahn, S-Bahn und Regionalexpress
sind zu Stoßzeiten entweder völlig überfüllt, oder fallen gleich
völlig aus. In 6 Monaten in Bondi Junction fiel die Zugverbindung
zwischen Zentrum und Bondi ungefähr 5 mal komplett aus.
Allerdings stehen dann immer kostenlose Ersatzbusse zur
Verfügung. Die normalen Busse sind einerseits auch chronisch
überfüllt, andererseits extrem langsam. Auch die Preise treiben
einem die Tränen in die Augen. So kostet der wöchentliche
Travel Pass Red (für die rote Zone, dh. gesamter Osten) 35$.
Macht monatlich ca. 150$ nur für das Zugticket. Wer in Manly
wohnt zahlt sogar 45$ für den Travel Pass Green. Studenten
kriegen eigentlich eine Ermäßigung von 50%, völlig sinnfreier
Weise ist man jedoch als Study Abroad Student, im Gegensatz zu
den Exchange Students, nicht zu dieser Ermäßigung berechtigt
und zahlt den vollen Preis.
Natürlich hat Sydney auch Mengen an Clubs und Bars. Besonders
gut zum weggehen natürlich Kings Cross, gleichzeitig Rotlicht-
und Clubviertel. Hier ist eigentlich jeden Tag etwas geboten.
Auch Darling Harbour ist nicht zu verachten und bietet einige der
besten Clubs der Stadt. Stadtbekannt ist zudem die Sidebar. Im
Keller des Wake Up Hostels gelegen treffen sich hier jede Nacht
Backpacker und Reisende und die Stimmung ist
dementsprechend ausgelassen. Die Aussies sind dabei fast
ausnahmslos freundlich und offen und reden gerne und
ausgiebig mit Ausländern.
Auch für Sport und Freizeit bietet Sydney viel. Allen voran
natürlich das Surfen. Bekannt hier neben Bondi und Manly auch
Maroubra Beach, an dem die besten Bedingungen herrschen, wo
man aber auch leicht Ärger mit Einheimischen bekommt, sollte
man ihnen eine Welle klauen.
Auch die Uni bietet viele Sportmöglichkeiten, von Tennis,
Fussball, Gym, Squash und Schwimmen bis zu Basketball und
Surfkursen ist hier alles geboten, ist aber auch dementsprechend
teuer. Die Gym Mitgliedschaft kostet ca. 250$ für 3 Monate und
schließt z.B. noch keine Platzgebühren für Tennis o.ä. mit ein.
Eine Stunde Tennis kostet so je nach Tag und Uhrzeit zwischen
10 und 25$.
Die University of Sydney selbst teilt sich in zwei Campi,
Camperdown und Darlington. Erreichbar sind beide über die
Ubahnstation Redfern und einem 5-10 minütigen Fußmarsch.
Zudem gibt es den Jura Campus in der Innenstadt. Ab dem
Wintersemester 2009, wenn die Bauarbeiten am Jura Gebäude
auf dem Hauptcampus abgeschlossen sind, werden auch alle Jura
Vorlesungen von der Innenstadt nach Darlington verlegt werden.
Für mich als Jurastudent waren die Lehrmethoden an der USYD
eher ungewohnt. Im Gegensatz zu den Massenveranstaltungen
an deutschen Unis wird in Australien eher in kleinen Gruppen bis
maximal 30 Leuten unterrichtet. Es gibt oft genug
Gruppenarbeiten und Hausarbeiten, sowie Präsentationen u.ä.
Der Umgang mit den Professoren ist sehr locker. So wird nicht
nur jeder Professor geduzt und kennt alle seine Studenten
ebenfalls persönlich, sondern ist auch stets per Email und
Telefonnummer erreichbar. Allerdings herrscht in den meisten
Vorlesungen auch Anwesenheitspflicht, die je nach Professor
rigoroser oder legerer gehandhabt wird.
Als ausländischer Student stößt man zudem bei fast allen
Professoren auf großes Verständnis und kann auch mal die ein
oder andere Abgabefrist verstreichen lassen. Bei Prüfungen ist
man als ausländischer Student zudem berechtigt Lexika zu
benutzen und hat zudem auf Nachfrage mehr Zeit zur
Verfügung.

Sonstiges

Die Lebenshaltungskosten in Sydney sind generell etwas höher
anzusiedeln als in Deutschland. Für ein normales Mittagessen
sollte man ca. 10$ rechnen, der Big Mac kostet um die 5$.
(Burger King heißt in Australien übrigens Hungry Jacks)
Insgesamt ist es gut möglich mit ca. 1400$ im Monat
auszukommen. Der Kurs des australischen Dollars schwankt
relativ viel. Zur Zeit (Okt. 08) ist ein Euro ca. 2 AUD wert,
während meiner Zeit in Australien bekam man noch maximal
1,6$ für 1€.

Bleibt noch zu sagen, dass ich jedem den Aufenthalt in
Australien empfehlen kann. Besonders Sydney ist meiner
Meinung nach die schönste australische Stadt und verbindet
perfekt das Flair einer internationalen Metropole mit relaxter
australischer Mentalität und perfektem Freizeitangebot. Hat man
sich erst an den australischen Lifestyle gewohnt, ist es extrem
schwer sich wieder an die Hektik und Pingelichkeit in
Deutschland zu gewöhnen. Ingesamt war das halbe Jahr in
Australien wohl eine der bisher interessantesten Erfahrungen
meines Lebens und hat mich in vielerlei Hinsicht positiv
beeinflusst, ganz abgesehen von den vielen Bekanntschaften aus
aller Welt die man hier macht.
Für Fragen bin ich jederzeit unter meiner Emailadresse
erreichbar.


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Erfahrungsbericht - Samuel Haag



JANUAR – JUNI 2008
ERFAHRUNGSBERICHT SYDNEY, AUSTRALIEN

Semester 1, 2008 an der University of Sydney (USYD)

Anfang 2008 verbrachte ich ein halbes Jahr in Australien und studierte das erste Semester von März bis Juni 2008 an der University of Sydney. Mein rückblickend geschriebener Erfahrungsbericht wird versuchen, für alle zukünftigen oder potenziellen Sydney-Studenten mit nützlichen Tipps und Fakten aufzuwarten anstatt zu sehr eine Ode an das Auslandssemester in Australien anzustimmen. Wobei sich das wohl nicht gänzlich vermeiden lässt. All meine Erfahrungen sind jedoch – wie nicht anders zu erwarten – subjektiv und von äußeren Einflüssen geprägt, sodass völlig gegensätzliche Meinungen entstehen können. Erfahrungsberichte - wie auch Reiseführer - können und wollen keine Bibel sein. Die genannten Preise im Folgenden sind in Australischen Dollar (AUD) und entsprachen zu meinem Zeitpunkt einem Wechselkurs von 1 AUD = 0,60 € und sind als Richtwerte zu sehen.

Das Bewerbungsverfahren und Vorbereitung

Dank Ranke-Heinemann wird einem die Bewerbung an einer australischen Universität stark erleichtert, sodass ich mich erst Anfang Oktober für ein Studium in Australien ab März des folgenden Jahres entschieden habe. Alle nötigen Unterlagen organisiert, zu RH geschickt und nach wenigen Wochen war die Zusage da. Das Studentenvisum kann man online bei der australischen Botschaft beantragen, teures Vergnügen mit 400 AUD. Bei der Einreise genügt der Reisepass; ein schneller Blick in den Computer und man ist auf australischem Boden. Für den Flug nach Australien empfiehlt sich ein Blue Ticket von STA Travel, bei dem der Rückflug zwar festgelegt wird, aber recht günstig umgebucht werden kann (im Bereich 30-50€). Eine große Sache ist natürlich auch das Around the World Ticket, sollte jedoch frühestmöglich gebucht werden. Ansonsten empfiehlt es sich einen Zwischenstopp in Asien einzulegen, da das Aussteigen im Regelfall nichts kostet und man sich so den anstrengenden Flug aufteilt. Der günstigste Flug Anfang Januar war über Seoul für 1200€, da ich aber Thailand Südkorea vorzog, flog ich für 150 € mehr über Bangkok. Südostasien ist ganzjährig einen Zwischenstopp wert, nach einem anstrengenden Semester in Australien - wo im Juni / Juli ein süßer Winter einkehrt - ein tolles Fleckchen Erde zum Feiern und Regenieren. Zu beachten: Kurz vor Silvester werden Flüge nach Sydney enorm teurer, die Stadt ist in diesem Zeitraum völlig ausgebucht, wer nichts findet schläft im Park. Aber die Begrüßung des neuen Jahres bei Sommertemperaturen im dann explodierenden Sydney soll ein Highlight sein. Weiterhin verlief meine Umbuchung des Rückflugs schwierig, da kurzfristig fast kein Platz nach Asien mehr zur Verfügung stand. Wer mag schon 15 Grad im Winter? Und schließlich sind 20 kg Maximum an Gepäck eine Qual, da die Fluglinien bei stark steigenden Kerosinpreisen kleinlicher werden. Aber man hört immer wieder Geschichten von lieb lächelnden International Students mit über 30 kg. Ich hatte 3 Pullover und eine Jacke an, Emirates war kleinlich. 50 € pro Extrakilo – ein Schnäppchen. Bei meiner Anreise flog ich ohne Zwischenstopp nach Sydney und benötigte zwei Tage, um Schlaf nachzuholen und mich an die neue Zeit zu gewöhnen. Im europäischen Winter sind es 10 Stunden Zeitunterschied, im Sommer 8 Stunden, die Zeitumstellungen erfolgen relativ zeitnah.

Wohnen in Sydney

Die Wohnungssuche gestaltet sich, wie in jeder Großstadt üblich, im Zentrum als relativ schwierig und zeitaufwendig. Die Homepage http://www.gumtree.com.au ist hierfür Anlaufpunkt Nummer eins. Vor Angeboten, die einfach zu gut klingen, sollte man auf der Hut sein. Besonders wenn der Vermieter sich aus ominösen Gründen im Ausland aufhält und nach Geldeingang den Schlüssel zusenden will. Mietpreise sind pro Woche, Kaution entspricht meist der Kündigungsfrist, in der Regel wenige Wochen. Ich fand ein großes Zimmer in einer WG direkt am Darlington Campus meiner Universität für 130 AUD die Woche, die meisten meiner Freunde zahlten jedoch im Regelfall 160 AUD-260 AUD die Woche. Pro Monat muss man also schon allein mit über 500€ Mietskosten rechnen. Mit etwas Glück erhält man auch ein Zimmer auf dem Campus in einem schönen Wohnheim für 160 AUD, aber viele Zimmer sind sowohl überteuert als auch in schlechtem Zustand. Ebenso gibt es regelrechte Wohntürme in der Innenstadt mit eigenem Schwimmbad und Fitnessraum. Man teilt jedoch sein Zimmer mit einem Roommate und zahlt immer noch stattliche 150 AUD; aber eine sehr beliebte Art und Weise in Sydney, die hohen Mietspreise zu mildern. In der Nähe eines Bahnhofs zu wohnen ist von großem Vorteil für Fahrten in die CBD und an den Strand. Der schwierigste Zeitraum, etwas zu finden ist wohl im Australischen Sommer vor Beginn des Semesters im Februar, wenn auch die arbeitswilligen Backpacker und Surfer die Stadt besiedeln. Ab April geht es dann wieder etwas gemächlicher zu. Hier einige mögliche Wohngegenden:

Manly: Ein Traum für Surfer und Sonnenanbeter, denen die weite Reise zur Universität (ca. 1,5h) und die weite Heimreise nach dem Feiern in der Stadt nichts ausmacht. Eine halbe Stunde Fähre pro Fahrt inklusive für tolle Sonnenuntergänge und Unilektüre. Jedoch mit starkem Hang zur Vernachlässigung des Studiums.

Bondi: 45 min. Anreise zur Universität von Bondi Junction mit dem Zug (Bondi Junction zur Central Station 14 min.), mit eigenen Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten, Bondi Beach 30 min. zu Fuß oder 10 min. mit dem Bus entfernt. Angenehme, ruhige Wohngegend, Nachtbusse aus dem Zentrum, wegen Strandnähe teurer.

CBD: Super zentral zum Ausgehen, Joggen im Botanischen Garten, Spazieren zum Circular Quay mit Oper. Total hektisch, besonders zur Mittagszeit wenn die Geschäftswelt in die Food Courts strömt. Keine klassische europäische Innenstadt, nur ein kleines Stück auf der Pitts Street ist für den Verkehr gesperrt. Town Hall jedoch immer ein toller Treffpunkt. Teuer.

Darlinghurst, Kings Cross: Je nach Ecke ruhiger oder belebter, mit Ausgehmöglichkeiten je nach Geschmack auf der Oxford Street oder um die Darlinghurst Road in Kings Cross. Neben den Hostels an der Central Station sind die meisten in Kings Cross, das am Wochenende von den Australiern zum Ausgehen überflutet wird. Wer das Rotlichtviertel in Amsterdam mag, sollte sich hier wohlfühlen.

Glebe, Newtown, Chippendale, Darlington, Annandale, Leichhardt: Die Vororte Sydneys um die beiden Hauptcampusstandorte Darlington und Camperdown der Universität Sydney gelegen sind etwas preiswerter und dennoch schön zentral. Vom Campus sind es wenige Minuten mit dem Bus in die Stadt. Während Glebe und Newtown reges Studentenleben in ihren vielen Bars und Restaurants bieten, sind Annandale und Leichhardt etwas ruhiger. Viele Familien leben hier.

Redfern, Surry Hills: Auf Grund ihrer Nähe zu den beiden Bahnhofsstationen Redfern und Central Station nachts an manchen Ecken nicht gerade der sicherste Flecken, betrunkene und bettelnde Aborigines an Redfern Station, heruntergekommenes Stück auf der Regent St. Jedoch auch viele nette Wohnungen und Straßen, besonders in Surry Hills auch tolle Bars mit Live Musik. Am besten vor Ort die Wohngegend besichtigen.

Die Universität

Die Universität mit ihren über 40.000 Studenten ist die älteste in Australien und bietet mit ihren teils - für Sydney - relativ alten Gebäuden eine angenehme Atmosphäre. Die beiden Campusstandorte Darlington und Camperdown werden durch die City Road getrennt, wo auch der Bus aus der Innenstadt hält. Bankautomaten gibt es überall (Westpac – der australische Partner der deutschen Bank befindet sich auf dem Darlington Campus), ebenso Food Courts und weitere Einkaufsmöglichkeiten. Das große Kaufhaus Broadway mit Supermärkten und Dutzenden von Läden ist nordwestlich des Campus direkt am Victoria Park. Internet kostet ab einer gewissen Untergrenze Geld, die jedoch eingehalten werden kann, falls man seine Internetaktivitäten auf das nötigste begrenzt.

Die Preise für Nahrung und Sport entsprechen regulären Preisen und sind keineswegs von der Universität subventioniert. Günstigere Fitnessstudios findet man zum Beispiel in Kings Cross, günstigeres Thai Food in Newtown. Ein halbes Jahr Fußballspielen in der Unimannschaft hätte mich 350 AUD gekostet. Die Studiengebühren betrugen zu meiner Zeit 10.000 AUD.

Die Büchereien auf dem Campus machten einen organisierten aber auch etwas veralteten Eindruck. Die Dozenten stellten den Studenten jedoch ausreichend Lektüre sowohl online als auch in einem extra Bereich der Fisher Library oder anderen zur Verfügung.

Das australische Notensystem gilt als eines der härteren weltweit; die Noten werden in Prozentpunkten angegeben, wobei man bei 50% besteht (PASS). Über 75% werden jedoch sehr selten vergeben. Bei der Umrechnung der Noten an der Heimatuniversität wird dies jedoch im Regelfall berücksichtigt, falls dem jeweiligen Prüfungsausschuss Daten über die australische Notenverteilung vorliegen. Die Evaluation der Kurse richtet sich je nach Fachbereich und besteht häufig aus Examen und Essay (kleine Hausarbeit auf akademischem Niveau im Bereich von 1000-5000 Wörtern, meistens mit geforderter Mindestquellenzahl [8-20]). In Geographie z.B. kamen noch Case Study, 2 Präsentationen, Internetdiskussionsforum und zweites Examen hinzu. Der Arbeitsaufwand war folglich für mich während des Semesters deutlich höher als gewohnt, die Final Exams zählen dafür nur noch einen Bruchteil und ich konnte die Hälfte meiner Examination Preparation Week für Freizeitgestaltung nutzen.

Anwesenheitspflicht gab es nur in den Tutorials, die Folien der Vorlesungen waren online verfügbar, wodurch sich die Studienplanung flexibler gestalten ließ. Das Niveau der Kurse hängt vom Jahr ab. In einem Standardkurs des ersten Jahres finden sich noch viele 17jährige australische Studenten, die zum ersten Mal etwas von Neoliberalismus hören. Die Undergraduate Kurse des zweiten und dritten Jahres werden schon einiges schwieriger, ebenso die Postgraduate Kurse. Wer bis zur 13. Klasse Englisch in der Schule hatte dürfte nur geringfügige Probleme mit der Sprache haben, auch Dozenten mit starkem australischem Dialekt versteht man recht schnell. Sehr viel Rücksichtnahme als internationaler Student bekam ich nicht zu spüren, was auch daran lag, dass es wohl nicht nötig war und wahnsinnig viele internationale Studenten an der Universität Sydney studieren, vor allem aus dem asiatischen Raum und den USA.

Die Stadt

Ja, Sydney ist großartig, aber riesig. Entdeckt es am besten selbst. Die Kombination aus Strand und Nachtleben ist hier einzigartig. Tolles Klima (manchmal 20 Grad zur Mittagszeit im Winter), wenig Regen. Wenn es regnet, dann meistens nur sehr kurz. Habe nie eine Jacke gebraucht. Schnee gab es in Sydney im Juli 2008 zum ersten Mal seit über 100 Jahren. Kulturangebote gibt es auch massig. Bei Australiern sehr beliebt sind Festivals, die zwar in den meisten Fällen teuer sind, aber ihren Eintrittspreis wert. Viele berühmte und weniger berühmte, aber klasse Bands, Essen und Trinken und klasse Stimmung. Die vielen Museen der Stadt bieten eine angenehme Abwechslung zu den Grillabenden und Tooheys-Nächten. Australien ist das Land der Sportbegeisterten, Jogger sieht man überall. Im Botanischen Garten kann man bei Flughunden und Kakadus (und Tauben…) sich mit Freunden wunderbar die Zeit vertreiben.

Ausgehmöglichkeiten: Der Klassiker Sidebar unter dem Wakeup-Hostel bei Central Station (DER Backpacker-Hort), Darling Harbour mit seinen vielen Bars, Restaurants und Clubs, Surry Hills (Bars mit Live Bands), Kings Cross zum Tanzen oder Trinken (z. B. Worldbar) und natürlich die Studentenbars in Newtown und Glebe (z. B. Marly Bar in Newtown u.v.m.). Einige weitere Anlaufstationen sind z.B. North Sydney, Manly oder Bondi Beach.

Das Land

Ein Klassiker ist die Ostküste von Sydney bis Cairns mit Stationen u.a. in Byron Bay, Surfer’s Paradise, Brisbane, Fraser Island, Whitsunday Islands und dem Great Barrier Reef vor Cairns. Die Hauptroute vieler Reisender mit vielen Partys. Melbourne, in ständiger Konkurrenz mit Sydney ist 1000 km entfernt und mit dem Billigflieger von JetStar mit etwas Glück für 50 AUD one way zu erreichen. Europäischer und klimatisch etwas rauer, ist die Stadt auf jeden Fall einen Besuch wert. Und die Great Ocean Road ist fast um die Ecke. Canberra kann man getrost auslassen. Oder für einen Tagesausflug hin. Perth ist nicht ohne Grund die am abgelegensten liegende Großstadt der Welt, aber die Westküste soll ein Traum sein. Und schließlich das Outback mit Uluru war für viele Australienreisende das Highlight schlechthin mit Fahrtmöglichkeit nach Darwin in den Kakadu-Nationalpark. Günstig von Sydney nach Alice Springs zu fliegen ist nicht so leicht, da nur Qantas die Strecke bedient und man one way nicht unter 250 AUD kommt. Ab Melbourne fliegt Tiger Airways jedoch sehr günstig. Wer seinen Trip nicht komplett selbst mit LonelyPlanet und Co planen will, kann sich in einem der vielen Reisebüros wie PeterPans günstigere Gesamtpakete zusammenstellen lassen (z.B. Fraser in Kombination mit Whitsundays spart Geld). Man gibt jedoch Flexibilität auf. In der Regenzeit sind Überflutungen nicht selten und die Strecke nach Airlie Beach wird schon einmal unpassierbar. Cairns war für mich trotz schlecht gewählter Jahreszeit (Ende Januar) ein toller Aufenthalt, da tagsüber immer schönes Wetter war und die Regengüsse meistens nur abends und nachts waren. Die einzige Einschränkung in den Tropen war die Quallengefahr in der Regenzeit, sodass wir wenn dann nur mit Anzug ins Wasser gehen konnten. Die Segel- und Tauchunternehmen bieten diese an. Bei den Horrorgeschichten über die Quallen meidet man schon automatisch das Wasser. Verrückt machen bezüglich Schlangen, Spinnen etc. sollte man sich nicht, einfach nicht zu nahe kommen genügt völlig. Man findet sie in den Hostels auf Damentoiletten, in Dorms usw. No Worries!

Weitere tolle Reisemöglichkeiten für Osterferien, lange Wochenenden und Semesterferien:


  • Tasmanien: schottisches Klima auf einer Insel so groß wie Irland. Hier regiert die Natur: Knapp 50% sind Nationalpark. Rau, natürlich, einsam. Günstige Flüge von Melbourne und Sydney. 1 Woche.
  • Neuseeland: Zwei Inseln für Naturlieber und Abenteurer, die eine Alternative zur großen Schwester Australien suchen. Günstige Hostels, angenehme Backpackeratmosphäre und viel Grün. Die südlichen Alpen mit Gletschern und Skigebieten, Die norwegisch anmutenden Meerengen, Kiwis, kleine Dörfer, Schafe und Regenwald! Adrenalinüberdosis in Queenstown, der Heimat des Bungees, Maoris und einem Auckland, das wenige begeistert. Flüge Sydney – Christchurch für 160 AUD oneway, Fähre nach Wellington teuer, v.a. mit Auto. 3-4 Wochen wohl am besten.
  • Blue Mountains (Tagesausflug oder Wochenende) mit dem Mietwagen, Bus oder Bahn, von Sydney ca. 2h. Canyonlandschaft, Wasserfälle, Klettern.
  • Fiji (Cook Islands, Tonga,…)
  • Bali
  • Südostasien über den Zwischenstopp


Diverses

Genießt die Zeit so intensiv wie möglich, Prüfungen lassen sich auch wiederholen. Geld verdienen auch. Notfalls Kredit aufnehmen. „Enjoy to the fullest!“


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Erfahrungsbericht - Michael Fretschner



Australien:

Der 5. Kontinent Australien ist ein äußerst faszinierendes und abwechslungsreiches Land. Im Gegensatz zu den anderen Kontinenten scheint Australien immer am ‚ungreifbarsten’, am weitesten entfernt und somit zugleich auch am aufregendsten und abenteuerlichsten. Allein die landschaftliche Struktur ist einzigartig und durch seine Unberührtheit noch weitgehend authentisch (trotz der zunehmenden Touristenanflüge).

An den australischen Küsten finden sich paradiesische Sandstrände, traumhafte Ufer und selbstverständlich die besten Surf-, Schnorchel- und Tauchspots der Welt. In der Mitte des Kontinents befindet sich das Outback - weit, rot, recht trostlos und auf die ersten Blicke ein unbewohntes, unendliches Nichts. Fernab davon die Metropolen Sydney (4.2 Millionen Einwohner), Melbourne (3.8), Brisbane (1.9) und Adelaide (1.1).

Das Reisen in Australien ist wahrlich ein Genuss, obgleich durch den wachsenden Tourismus und den ‚Australien-Hype’ vieles zunehmender auf europäische und asiatische Landesgäste zugeschnitten erscheint. Trotzdem verliert das Land zu keiner Zeit seine Einzigartigkeit und sein außergewöhnliches, individuelles Flair. Die Unterkunftskosten sind auf dem gesamten Kontinent für europäische Verhältnisse mehr als günstig, kostet doch eine Übernachtung in einem Backpacker-Hostel selten mehr als 25 Australische Dollar (~15 €). Diese sind zudem auch der optimale Ort, um Reiseideen und Erfahrungen auszutauschen sowie nette Leute aus allen Herren Ländern kennen zu lernen. Was Essen und Trinken betrifft ist man durch die reiche Vielzahl an leckerem und trotzdem günstigem Essen in den Hostels oder allgegenwärtigen Ketten, Imbissen, Restaurants, Bars und Kneipen bestens versorgt.


Sydney:


Sydney ist eine atemberaubende und facettenreiche Metropole, voller Leben und Wandel, gleichzeitig bestimmt durch das typisch-australisch, gelassene Flair. Die Innenstadt (Central Business District), die entlang der bekannten George Street verläuft, macht einen stets beschäftigten und teils hektischen Eindruck. Der britisch-amerikanische Einfluss ist durch die unzähligen Fastfood Restaurants auf den ersten Blick zu erkennen. Faszinierend für viele ist es nach ein paar Besuchen im ‚Hungry Jacks’ verwundert fest zu stellen, dass ‚Burger King’ hier auf Grund nicht-vorhandener Trademark-Rechte eben so und nicht wie überall sonst üblich heißt.

Der Hafen ist das Prunkstück der Stadt und ist einfach einzigartig – die weltbekannten Highlights sind das Opera House, die Harbour Bridge und Darling Harbour. Was Sydney einhergehend mit seinem über das Jahresmittel für europäische Verhältnisse unglaublich gutem Wetter für viele so attraktiv macht, sind natürlich die unzähligen Strände der Stadt. Bei den meisten Stränden (im Norden und Westen der Stadt) muss man allerdings gute 45 Minuten Fahrzeit von der City aus in Kauf nehmen. Diese sollten einen allerdings nicht davon abhalten, die bekanntesten und beliebtesten Strände wie Bondi, Coogee und Manly anzusteuern, denn jeder einzelne hat seinen eigenen, unverwechselbaren Stil und ist definitiv eine Reise wert.

Das Nachtleben spielt sich insbesondere in den Bereichen George Street, Kings Cross, Newtown, Darling Harbour und an den Stränden ab. Zudem kommt es oft vor, dass einer der Natives eine Houseparty feiert, wo dann wieder das altbekannte BYO (‚Bring Your Own’) gilt. Meiner persönlichen Meinung nach lässt es sich aber nirgendwo auf der Welt so gut feiern wie am wunderschönen Darling Harbour in der Cargo Bar (www.cargobar.com.au).


The University of Sydney:


Die University of Sydney bildet momentan ca. 45.000 Akademiker aus und liegt sehr zentral und nur drei Busstationen (ca. 10 min zu Fuß) von der Central Station an der George Street entfernt. Der Campus ist riesig und direkt neben dem malerischen Victoria Park angelegt und bietet alles was das Herz begehrt. Er ist faktisch eine autarke ‚Stadt in der Stadt’ mit eigenen Restaurants, Supermärkten, Fitnessstudios, Apotheken, Arztpraxen, Frisören, Cafés, Bars und so weiter.

Ich studierte 3 Kurse an der Fakultät Economics & Business. Die Universität hat große, internationale Ambitionen und so sind alle Kurse auf einem anspruchsvollen Niveau, jedoch bei konsequenter Mitarbeit durchaus mit guten Noten zu bewältigen. Bei einem Workload von 12 Semesterwochenstunden plus Vor- und Nachbereiten bleibt immer noch ausreichend Zeit die Stadt in vollen Zügen zu genießen. Es empfiehlt sich, in der ersten Woche so viele Kurse wie möglich anzuschauen, da man zu Beginn des Semesters noch problemlos umwählen kann.
An dieser Stelle scheint es mir auch wichtig klarzustellen, dass an der USYD - wie auch an allen anderen Universitäten in Sydney - in den meisten Kursen nur etwa 30% Australier zu finden sind. Den Grossteil der Kommilitonen stellen Studenten asiatischer Herkunft. Der Rest teilt sich auf in Amerikaner, Engländer, Europäer und Afrikaner, was ein wirklich interkulturelles Lernen ermöglicht.
Um jedoch auch Kontakt zu den Natives zu gewinnen, lohnt es sich auf jeden Fall sich in den zahlreichen und interessanten Clubs/Unions zu engagieren. Im Gegensatz zum deutschen Unileben spielt sich hier nämlich ein Großteil sowohl des Studenten- als auch des Freizeitlebens ab.

Hinsichtlich der Betreuung als internationaler Student fühlt man sich zu jeder Zeit sehr gut aufgehoben und stets bestens informiert. Das Semester beginnt mit 3(!) Orientierungsphasen und diversen Einführungsveranstaltungen und Infoevents. Während des Semesters kann man jegliche Fragen an das International Office richten. Überlegen im Vergleich zur deutschen Handhabung ist die Internetplattform ‚Blackboard’, auf der alle News, Kursunterlagen und auch Social Events jederzeit verfügbar und abrufbar sind. All diese Maßnahmen erleichtern die Orientierung und Integration um ein Vielfaches, so dass man sehr schnell an dem spannenden Unileben in Sydney teilhat. Alles in allem kann ich jedem nur ein Auslandssemester in Australien – speziell in Sydney – ans Herz legen, es ist eine der besten Erfahrungen, die man in seinem Leben machen kann.




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Erfahrungsbericht - Michaela Schlupp



Erfahrungsbericht
University of Sydney Summer School 2006



Die A340 von Gulf Air fliegt mich gerade zurück nach Deutschland und ich lasse Australien hinter mir. In meinem mehr als 33kg schweren Übergepäck habe ich eine ganze Menge toller Erinnerungen und Erfahrungen gesammelt und gerne akzeptiert, dass die Dame am Check-in Schalter mich anfuhr: Overweight - Repack your bags!

Meine Kommilitonin Julia und ich studieren in Deutschland an der Berufsakademie (BA) Ravensburg Medien- und Kommunikationswirtschaft. Dieses Studiensystem kombiniert Berufserfahrung in einer Firma und Studium an der BA in einem. Sie arbeitet für eine Modefirma im Marketing und ich für die Medienvermarktung der RTL Gruppe. Kurz: Praxis- und Theoriephasen wechseln quartalsweise und somit hatten wir nur drei Monate Zeit für einen Auslandsaufenthalt. Wir waren uns schnell einig, dass wir an die Sydney Summer School wollten. Nur wie?

Das Institut Ranke-Heinemann erleichterte uns Vieles und gab uns Hilfestellung wo immer es zu Problemen kam. Hab ich Probleme gesagt? Ja, die gab es! Wie, die Bewerbungsunterlagen sind nie in Sydney angekommen? Haben wir jetzt die Bewerbungsfrist verpasst? Nein? Ja dann ist ja alles in Ordnung...oder etwa nicht?! Die Studiengebühren sind nicht auf das Konto eingegangen und mein Studienplatz wird gecancelt, wenn das Geld nicht binnen 24 Stunden da ist??!! Ich muss sofort anrufen...ach ne shit es ist gerade mitten in der Nacht in Australien...und so weiter und so weiter. Richard, der für uns Verantwortliche an der Summer School begrüßte uns noch bevor wir unsere Namen sagen mussten mit „Our Stars“ in seinem Büro und entschuldigte sich ehrfürchtig für die Fehlstarts. Geduld und Gelassenheit und eine nicht unbeachtliche Portion Penetranz sind wirklich die Fähigkeiten, die man mitbringen sollte, wenn man in die südliche Hemisphäre reist.

In Sydney angekommen, gingen wir auf Wohnungssuche und mussten schnell feststellen, dass es schwierig wird zwei Zimmer in einer Flatshare zu finden. Da Julia die Möglichkeit hatte ein Zimmer mit Harbour View in Kirribilli zu ergattern entschloss ich mich next door in ein die Carnarvon Lodge, eine Art long-term Hostel, einzumieten. So wohnten wir zwar nicht unter einem Dach, aber nebeneinander.

Direkt nach New Years Eve begann die Summer School. Der erste Tag ist bekanntlich nie ganz unproblematisch und aller Anfang ist schwer, sagt Mama. So versuchten wir mit australischer Gelassenheit unsere Ausweise zu bekommen, Internet Zugang zu organisieren und unseren Vorlesungsraum zu finden. Julia und ich hatten uns für das Fach International Business (kurz IBUS 2001) entschieden. Eigentlich hatten wir uns für zwei Kurse eingeschrieben, aber schon nach den ersten fünf Minuten IBUS 2001 mussten wir feststellen, dass dieses Fach unser zeitliches Budget dermaßen überschreiten wird, dass wir schnurstracks ins Summer School Office marschierten, um den zweiten Kurs zu canceln. Dr Jenet Chew war nun für die nächsten sieben Wochen unsere Professorin und die erste willkommene Routine kehrte ein. Vorlesungen, Tutorien, unser Group Assignment über Negotiation Technics und nicht zu vergessen: die Studienarbeit (eine Art Minidiplomarbeit, 20 Seiten, Thema wurde gestellt), die wir für unsere BA in Deutschland verfassen mussten, bestimmten unseren Alltag. Und da war doch noch was...? Genau, wir sind in Sydney, Australien. Wir wollten natürliche so viel wie möglich von der Stadt und Umgebung sehen, was erleben. Mit dem Januar hatten wir einen der besten Monate in Sydney ausgewählt, denn es stand das Sydney Summer Festival an und viele Events kosten nichts. Somit kamen wir in den Genuss von einem Jazz Abend und der Oper Md. Butterfly in der Domain und weiteren Events im Darling Harbour. Nicht zu vergessen: Australia Day am 26.01. Das Land feiert sich selbst und wir feiern mit. Ein Besuch in der Oper ist natürlich ein Muss. Ich guckte mir L’Elixir d’Amore an. Sehr zu empfehlen. Die einstündige Führung durch das fantastische Gebäude rundete den Abend vollends ab. Auch die durch Rank-Heinemann organisierten Treffen der Regionalgruppe, das heißt weiterer Studenten die in Sydney studieren waren klasse, um auch außerhalb der eigenen Uni Kontakte zu knüpfen.

Tips und Tricks:

• Wohnungssuche:

Wir haben uns zur Wohnungssuche zunächst in der Carnarvon Lodge (www.carnarvonlodge.com) eingemietet. Nett, ruhig, gute Gegend am Fuß der Harbour Bridge in Nord Sydney.
Die folgenden Internetseiten können helfen: www.gumtree.com.au und www.roommates.com.au (hier wird leider gerne mal übertrieben…nice room kann vieles heißen…), am besten man checkt viele Details schon mal am Telefon ab um sich ggf. die z.T. müßige Anreise zu den Wohnungen zu ersparen

• Reisen:

Neben Greyhound gibt es noch mehrere Busse, die einem von A nach B verhelfen. Ein Vergleich lohnt sich.
Meine Favoriten an der Ostküste waren: Whitsunday Islands, Great Keppel Island nahe Yeppoon (etwa 25km südlich gibt es den Coobrie (Tier) Park: nur 10$ Eintritt und man kann Koalas so lange halten wir man möchte, ohne noch extra zu zahlen), Fraser Island, Noosa und Byron Bay

Das Palace Backpackers in Hervey Bay und die YHA in Byron Bay kann ich empfehlen.


Nachdem ich schon im Vancouver und London gearbeitet habe, war dies nun mein dritter Auslandaufenthalt. Ich kann jedem nur empfehlen sich einmal darauf einzulassen. Natürlich kostet es einiges an Überwindung erst einen Sprachtest über sich ergehen zu lassen (und noch dafür zu zahlen), sämtliche Dokumente zusammen zu sammeln und eventuell noch ein Motivationsanschreiben zu verfassen – aber es lohnt sich!!!!

Viel Spaß!!!

Viele Grüße
Michaela




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Erfahrungsbericht - Miriam Lichstein



Miriam Lichstein

Erfahrungsbericht über den Auslandsaufenthalt in Sydney von März 2005 bis März 2006
I. Die Vorbereitungen:

Vor Eurer Abreise gibt es neben tränenreichen Abschiedsabenden auch noch einige organisatorische Dinge zu erledigen. Ich empfehle Euch an dieser Stelle diese Aufgaben nicht erst in letzter Minute zu bewältigen, da Ihr direkt vor dem Abflug sowieso schon aufgeregt sein werdet und unnötiger Organisationsstress zu diesem Zeitpunkt enorm an den Nerven zehren kann.
In diesem Zusammenhang möchte ich aus eigener Erfahrung auf folgende Aspekte hinweisen:
- Rechtzeitige Kündigung laufender Verträge: Handy-, Fitness- und sonstige Verträge die über einen im Vorhinein festgelegten Zeitraum laufen, sollten rechtzeitig gekündigt werden. Neben eventuell einzuhaltenden Kündigungsfristen sollte dabei einberechnet werden, dass die jeweiligen Anbieter sich oftmals gegen die eingegangene Kündigung zur Wehr zu setzen versuchen. Daher sollte genügend Zeit einkalkuliert werden, um auftretende Schwierigkeiten noch vor dem Abflug aus der Welt schaffen zu können. Fittnes-Studios versuchen oftmals auf (meist sowieso unwirksame Allgemeine Geschäftsbedingungen) zu verweisen, laut derer eine Kündigung vor Ablauf der Vertragszeit nicht vorgenommen werden könne. Dies entspricht nicht der rechtlichen Lage, da bei Vorlage der Abmeldebestätigung eine Kündigung wirksam vorgenommen werden kann. An dieser Stelle kann ich nur empfehlen auf stur zu schalten und sich auf eine oftmals unausweichliche Konfrontation vorzubereiten. Meiner Erfahrung nach hilft es in diesen Fällen schlicht nur, ein unbequemer Kunde zu sein und möglichst nachdrücklich zum Ausdruck zu bringen, dass man sich an dem Vertrag nicht werde festhalten lassen. Meistens geht die Kündigungsabwicklung dann zwar zäh, aber erfolgreich vonstatten. Gleiches gilt für Handyverträge. Bei der Kündigung meines zu diesem Zeitpunkt noch einige Monate laufenden Vertrages mit O2 ergaben sich erhebliche Probleme. Ich war direkt in eine O2 Filiale gegangen und habe darauf bestanden, dass der Mitarbeiter dort die notwendigen Unterlagen, wie die Abmeldebestätigung und eine Kopie des Flugtickets an die Zentrale faxt. Weiterhin habe ich alle notwendigen Unterlagen auch auf dem Postweg an den Hauptsitz von O2 gesendet. Zunächst bekam ich die Antwort, es läge keine Anmeldebescheinigung meines Wohnsitzes in Australien vor, weswegen die Kündigung nicht wirksam sei. In Australien besteht allerdings kein vergleichbares Meldesystem, weswegen ich die laut O2 erforderliche Bescheinigung nicht beilegen konnte. Ich umging das Problem, indem ich die Annahmebestätigung der University of Sydney beilegte, womit sich O2 zufrieden zu geben schien. Alles schien erledigt, bis ich kurz darauf einen Brief erhielt, dass nicht gekündigt hätte, mir aber kündigungsgemäß alsbald das Handy gesperrt werde und zudem die für die Kündigung notwendigen Unterlagen nicht beilägen. Ich verwies auf die eingereichten Unterlagen. Ab diesem Zeitpunkt bekam ich von O2 weder auf meine Anfragen per Email, noch auf meine schriftlichen Anfragen eine Resonanz. Auch zu späteren Zeitpunkten, als ich schon in Australien war und von dort aus die gegebene Einzugsermächtigung wiederholt zu widerrufen versuchte, bekam ich weder auf Anfragen, noch auf Beschwerden je eine Antwort. O2 stellte sich schlicht tot und bereitete mir enorme Schwierigkeiten, indem angeblich bestehende Forderungen an ein Inkassounternehmen abtrat, welches Kosten für das ausfindig machen meiner Person in Rechnung stellte, obwohl ich meine Anschrift, Telefonnummer und Email Adresse mehrfach mitgeteilt hatte. Alles in allem war es eine frustrierende, kostspielige und nervenaufreibende Erfahrung. Ich kann Euch daher nur raten, alles zu klären, solange Ihr noch im Lande seid und alle nötigen Unterlagen ausschließlich per Einschreiben zustellen zu lassen. Weiterhin würde ich mich an Eurer Stelle im Falle auftretender Schwierigkeiten auf einen Kundenberater, den Ihr zu Euerem Ansprechpartner macht fokussieren. Ich kann in Übereinstimmung mit den Erfahrungen zahlreicher anderer internationaler Studenten nur raten, sich nicht auf den Verwaltungsdschungel eines großen Handykonzerns einzulassen.
- Einrichten eines Kontos: Für den Aufenthalt in Australien und den damit notwendig werdenden regelmäßigen Transfer von Geld auf ein im Gastland einzurichtendes Konto gibt es meines Wissens nur zwei Optionen: Die Deutsche Bank und die Citibank, da dies die beiden Banken mit Verbindungen nach Australien sind. Ich habe mich damals für die Eröffnung eines Kontos bei der Citibank entschieden. Der Vorteil ist der, dass man in Australien ein Konto bei der dortigen Citibank eröffnen kann und der Transfer des Geldes online vom deutschen Citibankkonto auf das australische Citibankkonto sehr schnell geht und das Geld sofort auf dem australischen Konto gebucht wird. Wartezeiten die sonst durch eine Überweisung entstehen können entfallen somit. Allerdings ist die Behauptung auf der Citibank Website, man könne an den Kontoautomaten der Citibank in Sydney kostenlos Geld abheben nicht zutreffend. Nach einigen Diskussionen mit der Citibank Deutschland machte man mir die Zusage, man werde mir die Abhebungsgebühren erstatten. Das bedeutet aber wiederum Stress, den man sich besser ersparen sollte. Man sollte bei der Ankunft in Australien darauf achten, möglichst zeitnah ein australisches Konto zu eröffnen, da sich bei einer Eröffnung eines Kontos nach Ablauf von 6 Wochen nach Einreise aus immigrationsregulatorischen Gründen erhebliche Probleme ergeben können. Wichtig ist auch sich noch vor der Abreise eine Kreditkarte zuzulegen, da dies insbesondere bei der Buchung von Inlandsflügen und auch bei der Zahlung der zweiten Rate der anfallenden Studiengebühren wichtig sein kann. Ich habe mich damals unglücklicherweise für eine Visa-Karte der Citibank entschieden und kann nur jedem von dieser Option dringend abraten. Im Verlauf meines Auslandsaufenthalts ergaben sich in diesem Zusammenhang diverse Probleme. Zunächst einmal funktionierte die Karte sehr oft einfach nicht. Trotz ausreichender Deckung wurde die Zahlung oft nicht genehmigt und auch wiederholte Anfragen bei der Kundenhotline ergaben widersprüchliche und wenig hilfreiche Aussagen. Zudem wurden mir im Verlauf des einjährigen Aufenthalts grundlos und ohne dass ich dies veranlasst hätte 8 neue Kreditkarten geschickt und die jeweils alte Kreditkarte solange gesperrt was dazu führte, dass ich ständig eine inaktive Kreditkarte in Händen hielt. Ich hatte zunächst vor, meine zweite Studienrate per Visa-Karte online zu bezahlen, da dies aufgrund der Bindung and den internationalen Wechselkurs die finanziell vorteilhafteste Option zu sein schien. Ich hatte mir von der Citibank mehrfach bestätigen lassen, dass auch die Zahlung eines solchen Betrages möglich sei. Zwei Tage vor der geplanten Zahlung habe ich vorsorglich noch ein Fax an die Citibankzentrale geschickt und die Zahlung angekündigt. Trotz mehrfacher Beteuerung, dass es zu keinerlei Problemen kommen werde, wurde die Zahlung im entscheidenden Moment nicht autorisiert. Nach stundenlangen Debatten mit zahllosen Beratern der Kundenhotline wurde ich schließlich mit dem Teamleiter verbunden, welcher mir gegenüber eingestand, dass die Zahlung eines Betrages in dieser Größenordnung per Visa-Karte über ein Studentenkonto schlichtweg vom System nie autorisiert werde und dass weder er noch sonst ein Mitarbeiter daran etwas ändern könne. Er gestand in diesem Zusammenhang auch ein, dass ich von diversen Mitarbeitern falsch informiert worden sei. Letztlich musste ich den Geldtransfer dann trotz eigener Kreditkarte über das Konto meines Freundes vornehmen, der glücklicherweise spontan eingesprungen ist. Alles in allem waren meine Erfahrungen mit der Citibank, insbesondere der Visa-Karten Abteilung nervenaufreibend und kostspielig. Diese Erfahrung wurde mir von Freunden, die auch mit Citibank Visa-Karten im Ausland waren mehrfach bestätigt. Ich weiß natürlich nicht ob die Deutsche Bank in dieser Hinsicht einen effizienteren Service bietet. Meines Erachtens wäre es wichtig, einen persönlichen Ansprechpartner zu haben und mit diesem auch per Email kommunizieren zu können, statt auf eine anonyme Kundenhotline angewiesen zu sein. Weiterhin haben die Mitarbeiter der Citibank keinen Zugriff auf das Internet, weswegen eine Kommunikation via Email von vorneherein ausscheidet. Aufgrund der Zeitverschiebung führte das dazu, dass ich oftmals bis spät in die Nacht aufbleiben musste um mit meinem Kundenbetreuer ein Gespräch führen zu können. Zumindest sollte man sich über die Wahl der richtigen Bank im Vorhinein Gedanken machen. In diesem Zusammenhang will ich noch darauf hinweisen, dass eine Deutsche die ich dort in Sydney kennen gelernt habe (sie stand weinend am Hafen, weil sie dank American Express nicht mal ein Taxi bezahlen konnte) ein angeblich neues und phänomenales Schecksystem von American Express als Möglichkeit des Geldtransfers nutzen wollte. Dieses System stellte sich vor Ort als völlig unpraktikabel heraus, da die angegebenen Cashzentralen schlicht nicht existierten. Nach mehrfachen Beschwerden hat sie von ihrer Bank sogar Schadensersatz bekommen, was in dem Moment da sie am anderen Ende der Welt ohne Geld da stand nicht wirklich hilfreich war. Ich kann Euch leider nicht exakt sagen, welches System das genau war, bei Interesse kann ich meine Freundin aber gerne noch einmal fragen. Allerdings ist in Australien recht auffällig, dass Visa und Mastercard fast überall akzeptiert werden, während American Express eher wenig verbreitet ist.
- Versicherungen: Ich empfehle jedem, eine Diebstahlsversicherung abzuschließen. Ich habe dies versäumt und es hat sich bitter gerächt, da mir im 1. Semester alle Wertgegenstände aus meinem Zimmer gestohlen wurden. Auch einer Bekannten wurde in der Bibliothek der Laptop gestohlen. Glücklicherweise war sie versichert und alles war halb so schlimm, während der Diebstahl für mich mangels Versicherung ein großes Problem darstellte. An dieser Stelle sollte man nicht sparen.
- Buchen einer vorübergehenden Bleibe am Ankunftsort: Der Flug nach Australien ist lang und anstrengend und Ihr werdet aufgeregt aber auch übermüdet und bepackt dort ankommen. Es ist also wichtig im Moment der Ankunft am Flughafen eine Adresse an der Hand zu haben. Es gibt hierbei zahllose Optionen. Ich würde Euch empfehlen, schon von Deutschland aus einen Platz in einem Backpacker zu reservieren. Das ist relativ kostengünstig und man lernt gleich Leute kennen, die in derselben Situation sind. Man kann hier Einzelzimmer, Doppelzimmer oder einen Platz in einem „dorm“ also einer Art Schlafsaal buchen. Ich habe die ersten zwei Wochen in solch einem „dorm“ gewohnt und glaube auch im Nachhinein, dass das eine gute Wahl war. Meinen Backpacker habe ich über die Website der University of Sydney gefunden. (www.usyd.edu.au). Mein Backpacker hieß „Alishan“ und befindet sich in der Glebe Point Road im Stadtteil Glebe in Sydney. Ich fand ihn sehr nett. Es handelt sich um einen recht kleines Etablissement in einem netten Häuschen mit Garten. Ich habe mich dort wohl und aufgehoben gefühlt und es genossen nach einem anstrengenden Tag der Wohnungssuche auf der kleinen Terrasse vor dem Haus zu sitzen. Auch als meine Mutter und Schwester später zu Besuch kamen habe ich dort ein Doppelzimmer für sie zu einem vertretbaren Preis gebucht und auch sie fanden es nett dort. Die Woche im „dorm“ kostete damals 150 Dollar. Eine weitere Möglichkeit ist beispielsweise der Backpacker „Glebe Village“ der auch in der Glebe Point Road ist. Glebe Village ist ein ziemlich betriebsamer kleiner Backpacker in dem immer etwas los ist. Allerdings habe ich von einigen internationalen Studenten gehört, dass die sanitären Anlagen ziemlich zu wünschen übrig ließen und auch Bettwanzen zum Inventar gehören. Die YHA gleich nebenan sieht von Außen nicht ganz so quirlig aus, scheint aber qualitativ weitaus besser und auch billiger zu sein. Einige der internationalen Studenten die ich später kennen gelernt habe sind zunächst im „Wake up“ bei der central station abgestiegen. Das „Wake up“ ist ein großer Backpacker der absolut zentral liegt. Im Keller befindet sich eine Bar in der ständig viel los ist und die von Reisenden und Neuankömmlingen überquillt. Ich denke die Entscheidung ist einfach Geschmackssache. Ein großer Backpacker bietet natürlich den Vorteil, dass man sofort die Möglichkeit hat eine Unmenge Leute kennen zu lernen, während ein kleines Haus eher ein Gefühl von Geborgenheit bietet und man sich leichter erstmal richtig ausschlafen kann. Am Flughafen geht man zu einem Informationsstand und fragt nach dem Bus, der die verschiedenen Backpacker anfährt. Dem Busfahrer sagt man dann wo man hin will und der fährt einen dann in der Regel direkt vor die Tür. Gezahlt wird in bar, weswegen man zumindest einen kleineren Betrag Australischer Dollar mit auf die Reise nehmen sollte. Der Flughafen Sydney ist überraschend klein und übersichtlich weswegen Ihr Euch keine Sorgen machen müsst, dass Ihr Euch nicht zurechtfinden könntet oder dergleichen.
- Zugriff auf wichtige Unterlagen / Kontoverwaltung: Ich denke es ist wichtig einer Person Eures Vertrauens Zugriff auf wichtige Unterlagen, wie etwa Geburtsurkunden, Examenszeugnisse o.ä. zu gewähren und auch eine Vollmacht für Euer deutsches Konto an eine vertrauenswürdige Person auszustellen. Insbesondere wenn Ihr direkt nach dem Auslandsaufenthalt ins Referendariat gehen wollt ist dies unerlässlich, da die Verwaltungen der diversen Gerichte oft unerwartet Unterlagen nachfordern und es oft unmöglich oder zumindest schwierig ist, diesen Forderungen fristgemäß nachzukommen wenn Euch niemand vor Ort Behördengänge abnehmen kann. Wichtig ist auch, dass Ihr von allen wichtigen Daten auf dem Laptop Backups macht und diverse Kopien bei Freunden oder Eltern hinterlegt. Das klingt jetzt wie ein unnötiger Hinweis auf das Offensichtliche, aber in der Hektik der Abreise vergisst man so was gerne. Schickt Euch am Besten selbst eine Email mit den wichtigsten Unterlagen. So habt Ihr auch Lebensläufe oder andere Unterlagen jederzeit abrufbar.
- Pass / Impfungen : Auch hier wieder ein Hinweis auf offensichtliche Notwendigkeiten, aber auch in diesem Zusammenhang habe ich von zahlreichen Pannen gehört. Denkt rechtzeitig daran, dass Ihr unbedingt einen gültigen Personalausweis, vor allem aber Reisepass braucht. Vor allem sollte der Reisepass nicht während Eures Aufenthalts ablaufen oder sich dem Ablaufdatum nähern, da Ihr sonst mit erheblichem Stress mit Konsulat und Einwanderungsbehörden zu rechnen habt. Insbesondere wenn Ihr Euch beispielsweise bei Eurem Rückflug entscheidet einen Zwischenstopp in Thailand zu machen, stellt ein sich dem Ablaufdatum nähernder Reisepass ein Problem dar, da man für die Einreise eine Reisepass vorlegen muss, der noch mindestens zwei Jahre gültig ist. Also lieber noch schnell einen neuen Reisepass beantragen! Für Australien sind keine besonderen Impfungen vorgeschrieben. Allerdings sollte man vor der Abreise doch lieber noch alle Standartimpfungen bei Bedarf auffrischen lassen, da Impfungen in Sydney oft recht kostspielig werden können und in Deutschland in der Regel von der Krankenkasse getragen werden. Auch kann ich nur empfehlen, vor der Abreise noch alle eventuell anfallenden Arztbesuche zu erledigen. Zu denken wäre in diesem Zusammenhang beispielsweise auch noch an einen Zahnarzttermin, da so etwas in Australien teuer werden kann.
- Krankenversicherung: Während des Auslandsaufenthalts solltet Ihr natürlich auch krankenversichert sein. Ich habe an der University of Sydney studiert und wurde in diesem Zusammenhang automatisch bei der OSHC versichert. Die Versicherungssumme war für ein Jahr zu entrichten und betrug ca. 300 Australische Dollar. Die Frage die sich mir bei meiner Abreise stellte war ob ich meine Krankenversicherung bei der AOK ganz kündigen sollte, oder ob ich eine so genannte „Anwartschaft“ zum Preis von 50 Euro im Monat aufrecht erhalten sollte. Diese „Anwartschaft“ ist darauf ausgerichtet einen Wiedereintritt in die Krankenkasse nach der Rückkehr zu ermöglichen. Die zu entrichtenden 50 Euro pro Monat bringen dabei nichts weiter als einzig diese Wiedereintrittsoption offen zu halten, weswegen ich von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machte. Dies hatte allerdings zur Folge, dass ich in der Zeit zwischen meiner Rückkehr aus Australien und meinem Eintritt ins Rechtsreferendariat (und dem damit wieder bestehenden Anspruch auf Pflichtversicherung) nicht krankenversichert war. Dies war ein offensichtlich unangenehmer, wenngleich unausweichlicher Zustand, da sich keine Versicherung finden ließ, die sich hätte erweichen lassen, mich für einige Monate zwischen zu versichern. Bei der Entscheidung ob ihr Eure Krankenversicherung vollständig kündigt oder eine Anwartschaft auf Wiederversicherung vereinbart, solltet Ihr daher schon ein genaueres Bild von der Zeit nach Eurer Rückkehr haben.
- Buchen eines Flugtickets: Ihr solltet Euch frühzeitig um ein Flugticket kümmern um noch einen guten Preis zu bekommen. Ich habe über STA Travel gebucht und war mit dem Service sehr zufrieden. Ich bin sowohl auf dem Hinflug als auch auf dem Rückweg mit Emirates geflogen und war auch mit dieser Wahl grundsätzlich zufrieden. Ein großer Vorteil war aus meiner Perspektive beispielsweise der Umstand, dass man bei Emirates seinen eigenen kleinen Fernseher hat und aus über 100 Spielfilmen ständig wählen kann. Das mag jetzt als völlig unwichtiges Detail erscheinen, aber auf einem sehr langen Flug kann man sich so erstklassig die Zeit vertreiben und wird auch nicht so nervös weil man etwas zu tun hat. Auf dem Hinflug bin ich in Dubai umgestiegen. Ich hatte nur 4 Stunden Aufenthalt und konnte den Flughafen nicht verlassen, was natürlich Nachteile hat. Ich habe mich damals für ein Einjahresticket entschieden. Dies hat den Vorteil, dass es etwas günstiger ist als zwei getrennte Flüge. Zudem hatte man mir damals gesagt, dass der Nachweis eines konkreten Rückflugs Einreisebedingung sei. Das stimmt so nicht ganz. Man muss nur bei der Einreise nachweisen, dass man das Geld für den Rückflug hat. Die genaueren Bedingungen kann man auch beim Institut Ranke-Heinemann erfragen. Im Nachhinein habe ich die Buchung eines Einjahrestickets etwas bereut, da ich bei meiner Abreise gerne noch ein wenig länger geblieben wäre, aufgrund des Ablaufdatums meines Tickets aber zu einem ganz bestimmten Termin die Rückreise antreten musste. Weder Emirates noch andere Airlines lassen bezüglich dieses Ablaufdatums mit sich diskutieren. Eine Verlegung dieses Datums ist also nicht mehr möglich. Ich würde daher eher zur Buchung eines isolierten Hinflugs raten, da ihr ein Jahr im Vorhinein noch nicht genau absehen könnt, ob ihr nicht doch noch ein paar Tage oder Wochen in Australien brauchen werdet und es unangenehm werden kann alles am Abflugdatum orientieren zu müssen. Emirates fliegt neuerdings auch über Thailand, was es mir ermöglichte dort einen Zwischenstopp einzulegen. Thailand ist wunderschön und ich empfehle einen Besuch dringend. Bezüglich der Gepäckbeschränkungen ist Emirates neuerdings ziemlich rigoros geworden. Man kann also grundsätzlich nur 20 Kilo mitnehmen und ist bei der Kulanzspanne auf die gute Laune des Schaltermitarbeiters angewiesen. Allerdings ist dies bei anderen Fluglinien scheinbar auch nicht anders. Zum Flug kann ich nur noch anmerken, dass man sicherheitshalber Stützstrümpfe tragen sollte. Ich habe das nicht getan und kam trotz regelmäßiger Gymnastik während des Flugs mit Elefantenbeinen an.

II. Ankunft in Australien / die ersten Wochen

Die erste Zeit in Australien werden aufregend, anstrengend und absolut existentiell für euren weiteren Aufenthalt sein. Ihr solltet Euch auch darauf einstellen, dass Ihr Euch von Zeit zu Zeit in einer Art „Gefühlsschleudergang“ wieder finden werdet. Zumindest war das bei mir so. An einem Tag fühlt man sich phänomenal, am nächsten will man dauernd heulen und weiß gar nicht warum. Ich glaube das ist einfach eine Mischung aus Jetlag und Information Overload. Ich habe einfach beschlossen das bei mir selbst gar nicht so ernst zu nehmen und bin damit ganz gut gefahren. Ihr befindet Euch in einer Ausnahmesituation und das ist eine Zeit in der Ihr unheimlich viel über Euch selbst erfahren werdet. Ich bin einfach dazu übergegangen mich selbst zu beobachten. In meinen ersten Wochen in Sydney habe ich mehr Leute kennen gelernt als in dem gesamten kommenden Jahr. Meinen Mitstudenten ging es ähnlich. Ich schätze das hat irgendwas mit der Ausstrahlung zu tun. Mir sind auf einmal regelrecht Menschen auf der Strasse nachgelaufen um sich mit mir zu unterhalten und das ist keine Übertreibung und hat auch nichts mit mir persönlich zu tun. Ich will damit nur sagen, dass der Umstand, dass man noch nirgends so richtig angekommen ist und alles offen vor einem liegt unheimliche Möglichkeiten in sich birgt. Man ist so kontaktfreudig wie sonst vielleicht nie. Ich kann Euch nur raten das zu nutzen und über Euren eigenen Schatten zu springen. Gerade im Rahmen der Gruppe der internationalen Studenten werden die ersten Wochen entscheidend für Eure zukünftigen Kontakte und Euren Freundeskreis sein. Sich in dieser Zeit zu isolieren und zurück zu ziehen wäre meines Erachtens ein Fehler. Geht zu allen Informationsveranstaltungen, Parties und Grillveranstaltungen derer Ihr habhaft werden könnt. Quatscht jeden an und nehmt jede Einladung an. Es ist ganz normal sich anfangs müde oder überfordert zu fühlen, doch nach ein paar Tagen sollte man das doch besser überwinden und loslegen. Zum Zwecke des Kontaktaufnahme ist beispielsweise die „Sidebar“ im Backpacker „Wake up“ bei der central station eine gute Adresse.
All diese „weisen Ratschläge“ mögen Euch völlig unnötig oder gar arrogant erscheinen, aber ich habe bei einigen meiner Mitstudenten beobachtet, dass sie sich in der ersten Zeit zu sehr zurückgezogen hatten und später innerhalb der Gruppe der internationalen Studenten keinen Fuß mehr fassen konnten. Einige hatten sich anfangs dazu hinreißen lassen, sich übermäßig kritisch bezüglich der Stadt oder der australischen Kultur zu äußern oder ständig ängstlich zu sein und vor den Gefahren der Großstadt zu warnen. Derartige Verhaltensweisen zahlen sich ganz und gar nicht aus. Auch wenn man nicht so meint was man sagt, hängt man sich so sehr schnell selbst den Ruf eines „Miesmachers“ an. All die Studenten dort sind nach Australien gekommen um eine gute Zeit zu haben und suchen nach Leuten die genau dies auch wollen. Deshalb kann ich Euch nur raten eventuelle negative Gefühle oder Ängste die Ihr habt zumindest anfangs eher für Euch zu behalten. Das heißt natürlich nicht, dass Ihr Euch total verstellen sollt. Versucht einfach die fröhliche Natur in Euch selbst zu betonen. Außerdem wird es sehr einfach sein Kontakte zu Deutschen aufzubauen. Australien und speziell Sydney wimmelt nur so von Deutschen. Allerdings sollte man darauf achten, nicht nur einseitig mit deutschsprachigen Studenten Kontakt zu haben. Es passiert so schnell und ist mangels Sprachbarriere eine verführerische Option, die allerdings schnell dazu führen kann sich die Möglichkeit Englisch zu sprechen zu verbauen.
Nach diesen allgemeinen Hinweisen nun aber zu konkreten Hinweisen zum täglichen Leben:
- Handyvertrag: In Australien ist das Konzept des Handyvertrags eher unüblich. Der Markt ist vielmehr auf Prepaid Angebote ausgerichtet und ich würde Euch raten davon Gebrauch zu machen. Es gibt zahlreiche Anbieter und ich habe zunächst eine „Optus“ –Prepaid Karte gekauft, war damit aber nicht besonders zufrieden, da der Kredit rasend schnell abläuft und ich insbesondere in der Zeit meiner Wohnungssuche fast täglich 30 Dollar nachladen musste. Ich habe dann zu Vodafone gewechselt und mich für den „49 Dollar Cap Plan“ entschieden. Man zahlt 49 Dollar und bekommt Guthaben im Wert von 250 Dollar. Nicht aufgebrauchtes Guthaben kann man bei rechtzeitigem Nachkauf weiteren Guthabens in den nächsten Monat ziehen. Ich fand dies eine gute Möglichkeit und habe es nur selten geschafft meinen Kredit innerhalb eines Monats völlig aufzubrauchen. Ihr solltet Euer deutsches Handy unbedingt mitnehmen um in Australien nicht gleich ein neues anschaffen zu müssen.
- Wohnungssuche: Die Wohnungssuche in Sydney kann sich wie in jeder anderen großen Stadt durchaus langwierig gestalten. Zunächst solltet Ihr Euch darüber klar werden, wo Ihr gerne wohnen würdet. Dazu empfiehlt es sich, die Stadt etwas besser kennen zu lernen indem Ihr die einzelnen Stadtteile zu Fuß erkundet. Eine definitive Aussage darüber, wo man in Sydney gut wohnt ist natürlich nicht möglich. Ich persönlich habe nur in „Glebe“ und „Surry Hills“ gewohnt. In Glebe habe ich mich sehr wohl gefühlt. Die Glebe Point Road bildet dabei den „main strip“, wo sich Cafes, Bars und kleine Läden angesiedelt haben. Ich fand die Atmosphäre in diesem Stadtteil sehr nett und habe insbesondere den samstäglichen Besuch des „Glebe Market“ sehr genossen. Glebe schließt sich unmittelbar an den Hauptcampus der University of Sydney an und ist deshalb bei Studenten sehr beliebt. Die Wohnpreise hier sind für Sydneypreise recht moderat. Ich hatte ein nettes Zimmer für 120 Dollar plus bills pro Woche, was auch für Glebe recht günstig war. Später habe ich zeitweise in Surry Hills in der Nobbs Street gewohnt. Surry Hills hat anders als Glebe kein definitives Zentrum und wirkte auf mich etwas zerfasert. Es liegt recht zentral, aber man muss trotzdem immer den Bus nehmen. Ich fand die Stimmung in Surry Hills nicht so nett wie in Glebe. Auch Paddington ist sehr schön, aber auch sehr teuer. Bondi Beach ist natürlich eine tolle Adresse, aber aufgrund der immensen Nachfrage auch teuer. Zudem hat man es, wenn man direkt am Strand wohnt auch recht weit in die Stadt. Manly liegt eine 20 minütige Ferry-Fahrt vom Hafen entfernt, ist aber für Surfies und alle die das Strandleben lieben die erste Wahl. Auch Bronte Beach ist absolut entzückend, allerdings von der Verkehrsanbindung eher nachteilig gelegen. Darlinghurst und Potts Point sind streckenweise sehr schöne Wohngegenden mit charakteristischem Charme und zahlreichen Bars. Insbesondere für Jurastudenten würde sich Darlinghurst durch die Nähe zur in der Nähe des Hafens gelegenen Jurafakultät anbieten. Meiden sollte man in Sydney einzig den Bezirk Redfern, der eine „Police no-go area“ ist. Das heißt, dass sich nicht einmal die Polizei dorthin traut. Redfern station sollte man als U-Bahn Station nach Möglichkeit meiden. Dies sind Hinweise die auch die Uni gibt und nicht etwa nur meine eigene Meinung. Der Central Business Distrikt, also die Gegend die sich direkt um den Hafen gruppiert finde ich als Wohngegend nicht empfehlenswert. Hier befinden sich hauptsächlich Bankgebäude und Büros. Den wenigen Hochhäuser in denen sich Appartements befinden fehlt oft der Charme und oftmals muss man viel Geld bezahlen, um sich ein kleines Zimmer mit mehreren Mitbewohnern zu teilen.
Wenn Ihr Euch dann auf die Wohnungssuche begebt ist es ratsam, sich zunächst auf einen Bezirk zu beschränken, da die Distanzen zwischen den einzelnen Wohnorten erheblich sind und der öffentliche Verkehr in Sydney recht sporadisch ist, so dass Ihr sonst an einem Tag nur einzelne Wohnungen oder Zimmer anschauen könnt. Der Wohnungstag in Sydney ist der Samstag. Samstags solltet Ihr Euch früh den „Sydney Morning Herald“ kaufen und die Wohnungsanzeigen durchforsten. Auch WG Angebote sind dort abgedruckt. Ich würde Euch sowieso anraten in eine WG zu ziehen. Das ist kostengünstig und bietet die Möglichkeit mit Studenten und insbesondere Australiern Kontakte zu knüpfen. Die Website www.domain.com.au ist auch sehr gut, während ich per www.flatematefinder.com.au wenig Erfolg hatte. Die University of Sydney hat auch ein Büro zur Wohnungsvermittlung. Von einer Wohnungssuche per Immobilienmakler würde ich abraten, da man sich verpflichten muss mindestens 6 Monate in der betreffenden Wohnung zu wohnen. Wenn Ihr Euch ein Zimmer in einer Gegend anschaut, bei der Ihr Euch nicht ganz sicher seid, ist es vonVorteil ein Taxi zu nehmen. Niemand in Sydney kennt die Stadt und ihre Subkultur besser als die zahlreichen Taxifahrer. Fragt einfach und die meisten Fahrer werden bereitwillig Auskunft über die betreffende Gegend geben. Ich fand das sehr hilfreich, da sich einige der Gegenden die bei Tag betrachtet beschaulich wirken bei Einbruch der Nacht in Dealerbezirke und Schlägereihochburgen verwandeln. Wenn Ihr bei Leuten anruft um eine Wohnungsbesichtigung zu vereinbaren solltet Ihr nicht davon ausgehen, dass sie Euch zurückrufen wenn Ihr eine Nummer hinterlasst, da telefonieren in Sydney teuer ist.
- Sicherheit: Ich habe Sydney als sehr friedliche und angesichts seiner Größe geradezu verträumte Stadt erlebt. Insbesondere im Vergleich zu europäischen Großstädten schien mir Sydney wenig gefährlich. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt dort körperlich bedroht gefühlt, obwohl ich einmal bestohlen wurde und mir einmal nachts im Park von einer „Jugendgang“ meine soeben erstandene Pizza abgenommen wurde, was ich, angesichts einer zu absolvierenden Diät, gerade noch verkraften konnte. Die Sicherheitshinweise die ich Euch im Folgenden an die Hand geben möchte, sollten vor diesem Hintergrund betrachtet werden und sind kein Grund zur Panik: Der Hauptcampus der University of Sydney ist nachts völlig menschenleer und erstreckt sich über ein ausgedehntes Parkgebiet. Diese Gegend war scheinbar wiederholt der Schauplatz einiger Überfälle und Vergewaltigungen, weswegen man dort keine nächtlichen Spaziergänge vollziehen sollte. Redfern sollte man generell umgehen.
Ich habe wie gesagt in Glebe gewohnt und mir wurde im 1. Semester vom Laptop bis zur Sonnenbrille alles aus meinem Zimmer gestohlen, obwohl sich zum betreffenden Zeitpunkt 3 Personen, inklusive meiner selbst, im Haus befanden. Einer meiner Mitbewohner muss die zum Garten führende Hintertür offen gelassen haben. Der Garten selbst war von einer ca. 2 Meter hohen Mauer umgeben. Ich hatte mein Zimmer nur etwa 10 Minuten verlassen um kurz zu duschen und als ich wieder an meinen Schreibtisch zurückkehren wollte war alles weg. Zu einem späteren Zeitpunkt beobachtete ich einen Einbrecher, der sich antat in den Balkon des Nachbarhauses einzusteigen und alarmierte die Polizei (die 2 Stunden brauchte um überhaupt zu erscheinen). Zu diesem Anlass lief die gesamte Nachbarschaft zusammen und es stellte sich heraus, dass es sich um eine regelrechte Einbruchserie handelte. In fast allen Fällen waren Bewohner zum Zeitpunkt des Einbruchs anwesend gewesen und der Einbrecher kam durch offene Türen, Fenster oder Balkone. Insbesondere WGs schienen dabei Ziel der Einbrüche gewesen zu sein. Deshalb solltet Ihr bei Eurer Wohnungssuche möglichst darauf achten, dass ihr Gitter vor den Fenstern habt was in Australien sowieso meist der Fall ist. Zudem würde ich Euch davon abraten ein Zimmer im Erdgeschoss zu mieten. Die „Terrace Houses“ sind meist so konzipiert, dass im Erdgeschoss Wohnzimmer und Küche sowie ein Zimmer nach vorne raus liegen. Dieses Zimmer ist oft nur durch eine Flügeltür vom Wohnzimmer getrennt, was es potentiell lärmbelastet und anfällig für Einbrüche macht. Manchmal lässt sich trotz wiederholter Hinweise nicht vermeiden, dass Mitbewohner nachlässig sind und die Wohnungstür nicht abschließen. Einbrecher brauchen nur wenige Minuten. Um einen sicheren Fluchtweg zu gewährleisten und nicht in den oberen Zimmern von Bewohnern ohne Ausweg angetroffen zu werden, spezialisieren sich die meisten Diebe auf die Zimmer im Erdgeschoss. Deshalb solltet ihr nach Möglichkeit in eines der Zimmer in den oberen Etagen ziehen.
In Sydney ist das „drink spiking“ (in einem unbeobachteten Moment Betäubungsmittel in den Drink mischen) eine scheinbar noch recht verbreitete Art Frauen mit nach Hause zu nehmen. Daher sollte man seinen Drink nicht unbeaufsichtigt an der Bar stehen lassen. Auch sollte man vorsichtig sein, wenn man sich einen Drink von Unbekannten ausgeben lässt.
- Bars/Clubs/Restaurants: Sydney ist eine absolute Ausgehoase. Es ist ständig etwas los wenn man nur die Augen offen hält. Die Wochenendbeilage des „Sydney Morning Herald“ enthält dabei die besten Veranstaltungstipps. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob man die Beilage nur bei einem Abo mitgeliefert bekommt. Im Zweifelsfall müsstet Ihr mal beim Zeitschriftenhändler danach fragen. Was genau Ihr unternehmen wollt ist natürlich Geschmacksfrage. Ich kann nur ein paar generelle Tipps geben: Was Clubs betrifft, so war mein persönlicher Favorit die „Goodbar“ auf der Oxford Street. Es handelt sich hierbei um einen relativ kleinen Hip-Hop Club. Obwohl ich nicht unbedingt ein Hip Hop Fan bin fand ich die Stimmung hier sehr gelöst und für Sydney verhältnismäßig unprätentiös und ich habe mich immer gut amüsiert. Hier sind Mittwoch und Freitag die besten Tage um abzutanzen. Die „Cargobar“ im Darling Harbour ist die erste Adresse, wenn man in Loungeatmosphäre etwas trinken gehen will und vor allem scheint dies der Singleumschlagplatz Nummer eins in Sydney zu sein und man kann hier interessante Beobachtungen über das geschlechtsspezifische Verhalten der Sydneyianer machen. Auf jeden Fall eine Visite wert, allerdings sollte man sich etwas schicker kleiden um an den aufgeplusterten Türstehern vorbei zu kommen. Kings Cross ist DER Ausgehbezirk in Sydney schlechthin und ein abendlicher Besuch gehört wohl zum Standardprogramm. An dieser Stelle sollte darauf hingewiesen werden, dass ich sogar am helllichten Tage als ich mich dort verlaufen hatte von einem besorgten Bauarbeitertrupp, den ich nach dem Weg gefragt hatte, durch die teils schmalen Gässchen in sichere Gefilde geleitet wurde. Ich musste den Herren hoch und heilig versprechen nicht noch einmal auf die waghalsige Idee zu verfallen dort alleine ab von der Hauptstrasse herum zu streunern. Ich wurde darauf hingewiesen, dass dort in den Seitenstrassen zahlreiche desperate Junkies herumsäßen und auch vor Raubüberfällen nicht zurückschreckten. Ich weiß nicht, ob das eine Übertreibung war aber ich schätze man sollte es lieber nicht darauf ankommen lassen. In Kings Cross würde ich das „Dragonfly“ empfehlen, das für seine DJs und seine harte Eingangskontrolle berüchtigt ist. „Candy´s Appartment“ ist ein flauschiger Club mit plüschigen Sofas, wildem Musikmix und bestechendem Charme. Ansonsten sollte man sich einen Cocktail in der „Opera Bar“ (Bar der Sydney Opera) vor der imposanten Kulisse der Oper nicht entgehen lassen. Zudem gehört natürlich ein Besuch der Oper zum Standardprogramm. Die Karten für die Oper selbst sind ziemlich teuer (ca. 100 Dollar pro Karte), allerdings ist die Akustik wirklich erstaunlich und absolut hörenswert. Ich war auch einmal im Theater in einem der kleineren Säle des Opernhauses und fand es wirklich toll. Was die kulinarischen Freuden betrifft, so ist und bleibt das „Thai on wok“, ein kleiner thailändischer Fastfood-Laden auf der Glebe Point Road mein Lieblingsrestaurant. Das „Phanang Curry“ ist legendär. Das „Spice I am“ auf der Wentworth Avenue gleich bei der Central Station wurde mehrmals in Folge zum beliebtesten Restaurant Sydneys gewählt und verdient seinen guten Ruf. Hier ist das „Chu Chee Curry“ eine Sünde wert. Was Pizza betrifft so habe ich in Australien nur eine gute Pizza gegessen und zwar in der „elounge“ in der Glebe Point Road. Wenn man nur in stilvollem Ambiente einen wirklich guten Cocktail trinken und sich auf weichen Couches mit Blick auf den Darling Harbour entspannen möchte, so sollte man die „Grovebar“ im Darling Harbour anpeilen.
- Unikurse / Unileben: Ich habe wie bereits erwähnt an der University of Sydney studiert und dort meinen Master of Laws gemacht. Die Uni Sydney hat sich im Rahmen dieses Master – Programms darauf spezialisiert, es auch berufstätigen Juristen zu ermöglichen, ihre Ausbildung weiter zu verfolgen. Aus diesem Grunde werden die Kurse zwischen 6 und 8 Uhr abends gehalten. Dies hat Vor- und Nachteile, man sollte sich aber darauf einstellen. Aufgrund der Konzeption als Abendkurs war der Prozentsatz der berufstätigen Studenten sehr hoch. Ich fand es teils sehr bereichernd, verschiedene Themen innerhalb der Kurse mit australischen Juristen, die bereits voll im Berufsleben stehen, diskutieren zu können. Allerdings resultiert aus den beschriebenen Umständen auch, dass ich ein „Campusleben“ wie ich es gewohnt war nicht feststellen konnte. Die meisten australischen Studenten waren bereits berufstätig und nach einem langen Arbeitstag samt Vorlesung nicht mehr bereit sich zu einem Bierchen überreden zu lassen. Viele hatten auch schon Familie und waren mangels Zeit für neue Kontakte wenig offen. Der Hauptcampus der Uni Sydney ist imposant und sehr schön. Die Jurafakultät, in der auch alle Vorlesungen innerhalb des Masterprogramms gehalten werden, befindet sich in einem wenig einladenden Hochhaus in der Phillip street direkt beim Hafen. Was die Qualität der Kurse anbelangt, so war ich hiermit eigentlich sehr zufrieden. Da sowohl Kursangebot, als auch die Dozenten sehr oft wechseln scheint es an dieser Stelle wenig sinnvoll, die Details der einzelnen Kurse aufzurollen. Der einzige Kurs mit dem ich sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf den Lehrkörper wenig zufrieden war, war der Kurs „Explaining Crime“. Es handelte sich leider um stures deklinieren von Kriminalitätstheorien, ohne Diskussion oder irgendwelche anregende Dynamik. Mein Lieblingskurs über das gesamte Jahr hinweg war „Forensich Psychiatry“ und „Advanced Forensic Psychiatry“ von und mit Peter Shea. Man bekommt einen recht eingehenden Einblick in die Psychiatrie und deren Schnittstelle zur Kriminologie. Für mich war dies ein faszinierender Kurs und das Klientel innerhalb der Kursbelegung war hochinteressant. Einige der Studenten waren bereits Psychiater oder Psychologen. Auch Staatsanwälte, Erzieher und Gefängnisdirektoren fanden sich hier, was die Diskussionen auf ein immens hohes und anregendes Niveau hoben. Ich möchte Euch hier noch ans Herz legen Eure Semester von der Zeitaufteilung her gut zu durchdenken. Bei den meisten Kursen muss man einen Vortrag halten, eine Klausur schreiben und eine Hausarbeit (meist 6000 Wörter) einreichen. Das Problem ist meist die Hausarbeit oder besser der Umstand, dass man bei Semesterende plötzlich 4 Hausarbeiten in 4 Wochen auf englisch schreiben soll. Man kann dem zum Beispiel durch die Wahl von „Intensive Course Units“ während des Semesters entgehen. Dies ist eine gute Methode um Arbeit abzuschichten. Überhaupt gefiel mir das Prinzip dieser Intensivseminare sehr gut, weil der Kurs eine gewisse Dynamik und Atmosphäre entwickelt. Allerdings sollte man bei der Wahl eines solchen Intensivseminars gegen Semesterende eher zurückhaltend sein oder anderweitig eine gute Zeiteinteilung praktizieren, da sich der Stress gegen Semesterende sonst noch weiter multipliziert. Am Anfang hatte ich immense Probleme, den englischsprachigen Kursen über 2 Stunden hinweg folgen zu können, vor allem bei Professoren, die einen ausgeprägten Akzent hatten. Ich kann Euch nur sagen, das legt sich. Ich habe für mich herausgefunden, dass ich mehr verstehe, wenn ich mich entspanne und zurücklehne, als wenn ich gebannt versuche jedes Wort zu verstehen. Jeder entwickelt da seine eigene Methode. Die Professoren in Sydney waren ausnahmslos nett, hilfsbereit und kontaktfreudig. Die meisten geben ihren Studenten am Anfang des Semesters auch ihre Telefonnummer und man darf dort auch wirklich anrufen. Ich habe mich anfangs bei Fragen am Telefon hundertmal für meinen Anruf entschuldigt und die Professoren damit nur verwirrt. Das Verhältnis von Studenten und Professoren ist in Australien weit unformeller und persönlicher als in Deutschland.
- Viel Glück und eine tolle Zeit: So jetzt bleibt mir nur noch, Euch um die Zeit die vor Euch liegt zu beneiden und Euch ganz viel Glück und Erfolg zu wünschen. Ich hoffe mein Bericht war irgendwie hilfreich.

Liebe Grüsse
Miriam


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Erfahrungsbericht - Tobias Hutter



Nach umfangreicher Suche einer geeigneten australischen Universität habe ich beschlossen, meine Wahl auf das Royal Melbourne Institute of Technology und die University of Sydney zu beschränken. Ich fand heraus, dass die 1851 gegründete University of Sydney die Älteste des Landes, und schon dadurch sehr renommiert ist. Somit habe ich mich an der USYD beworben und bin auch auf Anhieb aufgenommen worden, was mich im Nachhinein sehr erfreute, als ich herausfand, dass man sich wegen des englischen Schulsystems nie nur an einer einzigen Universität bewirbt. Es besteht nämlich die Möglichkeit, abgesehen von den recht hohen Leistungsauflagen bei der Bewerbung selbst, aufgrund einer erreichten Maximalkapazität an Studienplätzen nicht mehr unterzukommen. Wie dem auch sei, meine Wahl erwies sich als sehr förderlich:

Unter sämtlichen bekannten anderen Studienrichtungen gibt es an der USYD auch eine eigene Fakultät für Architektur, die wie in Graz ebenso ein eigenes Gebäude beansprucht. Die innerfakultäre Organisation ist sehr unterschiedlich von der Unseren; es gibt zwar ebenfalls einen Studiendekan, der sich als Oberverantwortlicher für das gesamte Studium erweist, der aber kein Architekt ist und sich rein um Organisatorisches und Universitätspolitisches kümmert. Ein fachlicher Zusammenschluss mehrerer Unterrichtender in Institute, wie es sie an der TUG gibt, ist an der USYD nicht vorhanden. Vielmehr zeichnen sich die diversen Professoren selbst für die Durchführung und Koordination der jeweiligen Fächer verantwortlich und sind dadurch direkte Ansprechpartner für sämtliche Fragen. Nachdem es für jede Lehrveranstaltung nur einen Prüfungs/Abgabe-termin pro Semester gibt, fällt viel der organisatorischen Arbeit aus, was darin resultiert, dass nur ein recht geringer Aufwand an zusätzlichem Personal betrieben werden muss.

Das Architekturstudium selbst ist vom Ablauf her in 2 Einzelstudien gegliedert, das erste ‘Bachelor of Design’ und das zweite ‘Bachelor of Architecture’, welche mit den Studienabschnitten 1+2 in Graz nur bedingt vergleichbar sind. Beide schliessen mit einem eigenen Diplom ab, BDes. nach regulär 6 Semestern, und BArch nach regulär weiteren 4 Semestern. Zwischen den beiden Lehrgängen ist ein mindestens 20-wöchiges Pflichtpraktikum in einem Architekturbüro oder anderweitig bauverwandtem Metier zu absolvieren. Eigene Kurskoordinatoren sind für die jeweiligen Programme (BDes.+BArch.) zuständig und sind die Hauptansprechpersonen für allgemein Studienbezogenes (vergleichbar mit unserem TUG-Dekanat) aber auch für Fachliches. Diese sind äusserst wichtig und hilfreich beim Planen des Studienverlaufs. Zusätzlich unterrichten die Kurskoordinatoren auch jeweils ein Entwerfen pro Semester.

Die Entwerfen im Bachelor of Architecture Kurs werden in kleinen Gruppen mit bis zu maximal 15 Teilnehmern gehalten. Daraus resultiert, dass bei einer Studentenzahl von um die 75 pro Jahrgang 5 Entwerfengruppen zur Auswahl stehen, die von unterschiedlichen Professoren geleitet werden und dadurch auch jeweils leicht individuell gefärbt sind. Das gesamte Studienprogramm ist um das jeweilige Entwerfen des Semesters arrangiert, welches inhaltlich jeweils auf Hochbau/Gebäudetechnik, Städtebau, bzw. aktuellen Wettbewerben udgl. ausgelegt ist, so dass je ein Semester im Zeichen einer bestimmten Fachrichtung steht. Oft werden auch andere Vorlesungen bzw. Seminare inhaltlich an die Entwerfen Projekte gekoppelt. So gibt es pro Jahr ein inhaltsspezifisches ‚Integrated Architectural Design Studio’ und ein inhaltsoffenes ‚Open Architectural Design Studio’. Bei Erstem ist von allen Gruppen dasselbe Projekt zu bearbeiten, bei Zweitem stellen die jeweiligen Unterrichtenden individuelle Projekte vor, die meist in den Bereich ihrer praxisfachlichen Interessen fallen. So hatte ich Gelegenheit ein Semester unter Nick Murcutt (Glenn Murcutt’s Sohn) ein besonderes Projekt zu entwickeln, mit dessen Planung sein Büro beauftragt worden war. Es handelte sich um den Umbau/Zubau einer für Australien traditionellen Schafwollfarm, welche die Schauspielerin Kate Blanchett zu einem Institut für darstellende Kunst in Kombination mit einem kleinen öffentlichen Theaterbetrieb und einem Familienferienwohnsitz umnutzen will. Meine 3 weiteren Projekte befassen sich mit der Gestaltung eines Campus für eine geplante Universität für Aboriginal Spiritual Knowledge, einem Wettbewerb für die Städtebauliche Planung eines am CBD angrenzenden 58ha grossen Areals am Gelände der Carlton United Breweries und einem Entwurf für ein kleines Theater im Zentrum eines südlichen Suburbs von Sydney.

Das Studienprogramm in Australien wird, wie in allen englischsprachigen Ländern zumeist in Mindeststudiendauer absolviert. Es besteht für Architektur an der USYD aus 70Creditpoints (=Semesterwochenstunde) an grossteils aufbauenden Pflichtfächern, die in geordneter Abfolge abgelegt werden müssen, und aus 26Creditpoints an Wahlfächern, die nach belieben und Interesse ergänzt werden können. Das Fächerangebot im Allgemeinen ist reichhaltig sowohl an gutem Entwerfen und interessantem virtuellem Geschehen als auch an Gebäudetechnischem, praxisbezogenem Büromanagement und Finanztechnischem.

Die Studiengebuehren an der USYD belaufen sich für internationale Studenten, die nicht direkt an einem Austauschprogramm teilnehmen, durchschnittlich auf 7200A$ pro Semester. Das entspricht ungefähr einem Wert von 4600€. Weiters wurde das Zahlungssystem neuestens so umgestellt, dass dem Studenten jeder konsumierte Creditpoint direkt verrechnet wird. Das heisst, je mehr Fächer der Studierende wählt desto mehr muss er auch zahlen, was in Anbetracht der ohnedies hohen Studiengebühren eine schmerzliche Zusatzbelastung ist. Einheimische Studierende zahlen rund ein Drittel der oben genannten Kosten und können wie auch in Grossbritannien einen Kredit vom Staat ohne zuzügliche Zinsen dafür bekommen.

An Zeichensaalkultur und ähnlichem haben australische Architekturfakultäten, wie ich herausfinden musste, allgemein wenig zu bieten. Interessens und Lerngemeinschaften mit Kollegen am Rande des Studiums sind auf Grund des englischen Schulsystems leider nur erschwert möglich. Das mag darauf basieren, dass geeignete Räumlichkeiten dafür nur ansatzweise zur Verfügung stehen, liegt meiner Meinung nach aber hauptsächlich am Beurteilungssystem, welches die Studierenden im Kollektiv gegeneinander bewertet. So wird die Arbeit eines Jeden direkt im Vergleich - oder gegen - die Arbeiten der Kollegen benotet. Dieses Faktum ist nicht nur hinderlich für Kommunikation und Informationsaustausch, es sichert auch architektonische Qualität nur über den Druck sich gegen und nicht mit Anderen zu messen. Das Notensystem ist aufgebaut auf 100 maximal zu erreichenden Punkten pro Fach, die es über verschiedene Prüfungsmodalitäten zu erlangen gilt:

>50CPTS = Fail
50-64CPTS = Pass
65-74CPTS = Credit
75-84CPTS = Distinction
85-100CPTS = High Distinction

Im Allgemeinen sind die australischen Prüfer recht geizig mit den gepriesenen CPTS.

Ausserakademisch ist Australien ob seiner Vielfalt und unterschiedlichen kulturellen Einflüsse ein ausgeprägt reizvolles Land. Insbesondere Sydney ist als moderne Metropole ein Zentrum nicht nur für aussergewöhnliche Architektur. Auffallend ist der Unterschied im Stadtbild in vielerlei Hinsicht insbesondere für Europäer. Da Mitte des 20. Jahrhunderts mit Hilfe des immigrierten Österreichischen Architekten Harry Seidler Versuche gesetzt wurden, die Stadt weg von ihrer ursprünglichen zentral orientierten Planung hin zu einer am Raster ausgelegten modernen Auto-Stadt zu entwickeln, verwundert es den Besucher ob des offensichtlichen Mangels eines prominenten Stadtkerns. Vielmehr zerfällt Sydney in kleinere Orte des Geschehens und orientiert sich vorwiegend hin zu den vielen Buchten um welche es erbaut ist. Die Pracht dieser szenischen Lage ist es dann vermutlich auch, was die Bewohner von Sydney darüber hinwegtröstet, dass viele der Qualitäten ihrer prä-modernisierten Stadt im Zuge der Umplanung verloren gegangen sind, und auch die Verkehrsplanung durch die stetige Zunahme an Menschen und vor allem an Autos ein recht belastender Faktor geworden ist. Das oeffentliche Verkehrsnetz setzt sich zusammen aus einem weitreichenden U-Bahn/Zug Netz, Busnetz und zusätzlichen Fährenservices, die die Bereiche um den Hafen gut abdecken. Ausserdem gibt es die Monorail und eine übriggeblieben Strassenbahnlinie, die allerdings mehr als Touristenattraktionen dienen als ernsthaft das restliche Verkehrsnetz zu unterstützen.
Der Wohnungsmarkt in Sydney ist um ein schnelllebiger und auch teurer als in Graz. Meine erste Unterkunft habe ich mir von Österreich aus über das Internet organisiert, ein neu gebautes Studentenheim mit 650 Plätzen für internationale Studenten namens Sydney University Village. Das „Dorf“ gleicht in seiner Organisationsstruktur mit einer Rezeption, Cateringbereichen, Lounges und geplantem Freizeitunterhaltungsprogramm allerdings mehr einem Clubhotelbetrieb als einem konventionellen Studentenheim. Der Preis dafür ist dementsprechend hoch. Umgerechnet rund 650 Euro (1180 A$) fuer ein 18qm möbliertes Einzelzimmer mit Bad sind monatlich zu entrichten. Das mag für europäische Verhältnisse zwar hoch erscheinen, die Rechnung geht aber für US-Amerikanische und Süd-Ost Asiatische Studenten durchwegs auf, weil sich die Ersteren viel Geld an Studiengebühren einsparen und Zweitere, aus städtischen Ballungsräumen wie Hongkong, Singapur, K.L. und Shanghai kommend, gewohnt sind an Miete sind an Miete noch mehr abzulegen. Mich konnte das aber nicht trösten und so zog ich nach Beendigung meines ersten Semesters aus, um mit Studienkollegen in ein eigenes Haus zu ziehen, wo sich die Miete auf 600A$ (~350 Euro) pro Monat pro Person belief, womit man durchschnittlich rechnen muss. Prinzipiell gilt, je weiter man ausserhalb der Stadt in Richtung Suburbs wohnt umso billiger werden die Mietpreise. Umso weiter aber auch die Entfernung zur Uni und somit ist es in Sydney nicht aussergewöhnlich für den Weg zur Uni eine Stunde pro Richtung einzukalkulieren.

Einkaufen und Essengehen sind allgemein günstiger als in Österreich. Besonders die kulinarische Welt Sydneys ist besonders auszukosten, zu Preisen die für manchen fantastischen Süd-Ost Asiatischen Leckerbissen an “Grazer 3Kugel-Preisen” zu messen sind! Auch das Nachtleben profitiert von den unterschiedlichen Einflüssen, welche die australische Kulturlandschaft prägen. Die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung sind vielseitig und bei durchschnittlich sehr gutem Wetter das ganze Jahr über auch gut zu verfolgen. Temperaturen in Sydney schwanken um 35 Grad Celsius im Sommer und um 10 Grad im Winter, ein Faktum, das meiner Liebe zur Architektur bisweilen einige Konkurrenz geboten hat.


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Erfahrungsbericht - Florian Saur



Erfahrungsbericht
University of Sydney (Australien)
WS 2003

Das Land:

Australien ist ein unglaublich faszinierendes und kontrastreiches Land. An den Küsten mit paradiesischen Sandstränden, traumhaften Küsten und natürlich den besten Surfgelegenheiten der Welt. In der Mitte wiederum das Outback, kahl, rot und das scheinbar unendliche Nichts. Beides unglaublich schön und überwältigend auf seine Weise.
Reisen in Australien ist ein einziger Genuss, auch wenn im Zuge des vorherrschenden Australien Booms alles doch zunehmend sehr „touristisch“ wirkt. Die Kosten sind dabei weder besonders günstig noch besonders teuer. Für Europäer wirklich überraschend preiswert sind Unterkünfte. So kostet eine Übernachtung in einem Backpacker selten mehr wie 25 Australische Dollar. Diese sind auch der optimale Ort, um Reiseideen und -erfahrungen auszutauschen.


Die Stadt:

Sydney ist eine mitreisende Metropole, voller Leben und Aktion, gleichzeitig mit einem gelassenen Flair. Es ist eine Stadt mit vielen Facetten.
Die Innenstadt welche grob entlang der George Street verläuft, macht einen sehr hektischen Eindruck und der amerikanische Einfluss ist durch die unzähligen Fastfood Restaurants auf den ersten Blick zu erkennen.
Der Hafen ist das Goldstück der Stadt und ist einfach atemberaubend und absolut einzigartig – mit den Highlights Opera House und Harbour Bridge.
Desweiteren gibt es unzählige Strände in Sydney. Bei den meisten Stränden (im Norden der Stadt) muss man jedoch eine Stunde Busfahrt von der City aus in Kauf nehmen. Bis zum nördlichsten Strand (Palm Beach) sind es gar 2 Stunde. Wie auch immer, die bekanntesten/beliebtesten Strände wie Bondi, Coogee und Manly sind gut erreichbar, im Sommer aber auch gut gefüllt.
Das Nachtleben ist spielt sich insbesondere im Bereich George Street, The Rocks, Darling Harbour und an den Stränden ab. Dabei ist die englische Pubkultur stark vorherrschenden.


Die Universität:

Campus:
Die University of Sydney liegt sehr zentral nur drei Busstationen (ca. 10 min Fußweg) entfernt von Central Station an der George Street. Der Campus ist großflächig angelegt und bietet alles was das Herz begehrt.

Kurse:
Ich studierte in der Fakultät Economics & Business. Die Kurse sind meiner Meinung nach auf gutem Niveau jedoch nicht herausragend. Bei einem Workload von drei bis vier Kursen bleibt und nicht zu hohen Ansprüchen an die Endnote bleibt massig Zeit die Stadt in vollen Zügen zu genießen. Kurse empfehlen möchte ich nicht, da die Meinung sich da doch sehr unterscheiden, es lohnt sich jedoch in jedem Fall in der ersten Woche so viel Kurse wie möglich anzuschauen, da bis Ende der Woche noch problemlos umgewählt werden kann. Eine Vorlesung kann schon viel mehr Wahrheit vermitteln als eine fünfzeilige Kursbeschreibung.

Studenten:
An dieser Stelle scheint es mir am Wichtigsten klar zu stellen, dass an der USYD wie auch an allen anderen Unis in Sydney und angeblich auch im Rest Australiens, insbesondere in BWL Kursen nur etwa 20% Australier zu finden sind. Der Grossteil sind asiatischer Herkunft. Der Rest sind dann Amerikaner und Europäer mit eine großen Anteil Deutscher.
Um also mit „Locals“ zusammenzukommen, lohnt es sich in den vielzähligen Clubs/Unions zu engagieren.

Betreuung:
Als internationaler Student fühlt man sich jederzeit gut aufgehoben und immer gut informiert. Das ganze beginnt mit einer mehrtägigen Inforveranstaltung und endet mit einem „Coming Home Seminar“. Während des Semesters steht das International Office für jegliche Fragen zur Verfügung. Die Studentengruppe Unimates organisiert, im Namen des International Office, Trips für alle internationalen Studenten wie z.B. Beach BBQ, Hikes, Pub Crawls und Harbour Cruise.
Alles in allem fühlt man sich also stets gut aufgehoben.


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Erfahrungsbericht - Jens Pozimski



university of sydney

zuerst moechte ich mich beim institut ranke-heinemann fuer die erfolgreiche vermittlung bedanken. der service von r.-h. war wirklich excellent. kann ich nur weiterempfehlen....

zur usyd:

nachdem man $7500 ($1 ~ 0,55EURO) studiengebuehr gezahlt hat, muss man hier noch ~$350/semester fuer cons.supscription zahlen.
der internet-zugang in der fakultaet kostet wieder extra. der preis fuer ein blatt papier, das man ausdruckt betraegt $0,11, was eigentlich noch akzeptabel ist, aber deutlich teurer als in regensburg(~$0,03).da es hier zu wenig computer gibt, muss man einige minuten an wartezeit in kauf nehmen. ausserdem sind die computer-labs der fakultaet nicht mit den besten rechnern ausgestattet; das sind alte rechner, die ziemlich langsam sind und ab und zu auch abstuerzen und es kommt auch ziemlich oft vor, dass die drucker nicht richtig funktionieren.
fuer buecher hatte ich ~$400 ausgegeben(1 semester!). in den faechern, die ich besucht habe, wurden auch skripten bereitgestellt, die den stoff des kompletten semesters abgedeckt haben. es ist also moeglich das geld fuer die buecher einzusparen; falls man etwas nachlesen will, besteht die moeglichkeit die literatur in der bibliothek auszuleihen.....man muss aber ziemlich viel glueck haben, da es zum groessten teil nur ein exemplar gibt und jenes meist vergriffen ist.
ich habe die faecher marketing 1001, management 2001, und accounting 3001 belegt. die inhalte in diesen kursen waren ziemlich praxisbezogen.
das studium hier ist relativ leicht, aber man ist das ganze semester eingespannt(presentationen, midsemester tests, fallstudien, etc.).
es gibt hier ziemlich viele cafeterien und snack-bars auf dem campus. ich kann aber nur empfehlen, ausserhalb des campus` zu essen, da das essen dort wesentlich billiger und um einiges besser ist.
die gegend, in der die usyd liegt ist als "dont-go-at-night-area" stadt-bekannt. der erste rat, der uns in der orientation week vom international office gegeben wurde, war: "dont go at redfern and victoria parc at night!".....muss man aber, wenn man mit dem zug nach hause fahren will....
einbrueche und raubueberfaelle kommen hier oefter mal vor(wie in jeder anderen grossstadt auch).

vergleich zu anderen unis in sydney:


UTS:ziemlich gut und ziemlich zentral gelegen.

maquarie-uni: die economics/business-fakultaet geniesst den ruf, die beste in sydney zu sein.
ausserdem ist das international office sehr engagiert ----- (es werden hafenrundfahrten und andere trips, studentenparties und diverse andere veranstaltungen organisiert, ausserdem wird man vom flughafen abgeholt).nachteil dieser uni ist, dass sie am rand von sydney liegtund man eine fahrt von ca.50 min in kauf nehmen muss, um in die innenstadt zu kommen.

uni of new south wales: soll angeblich die renomierteste und best organisierte uni sein. ausserdem ist sie die uni, die am naechsten zu einem strand (coogee-beach) liegt.

western-sydney: liegt außerhalb von Sydney auf
mehreren Campi verteilt.
meine empfehlung:

wer hier in australien studieren will, kann es ohne bedenken tun. man sollte aber seine erwartungen nicht zu hoch schrauben.


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Erfahrungsbericht - Michael Wurst



Ich habe im Wintersemester 2003 (August 2003 bis November 2003) im Study Abroad Programm (undergraduate) an der Business & Economics Fakultät der University of Sydney studiert. Vielen Dank nochmals an das gesamte Team von Ranke-Heinemann, das mich bei den Vorbereitungen und dem Bewerbungsprozess stets tatkräftig unterstützt hat!


PLANUNG IM VORFELD

Trotz der Unterstützung durch das Institut Ranke-Heinemann gibt es einige Aufgaben, die im Vorfeld erledigt werden müssen.


Bewerbungsprozess

Meine Bewerbung für das Sommersemester 2003 habe ich im Herbst 2002 an Ranke-Heinemann geschickt und hatte somit einen großzügigen Zeitpuffer um eventuell fehlende Unterlagen nachzureichen (Deadline überprüfen). Die entgültige Zusage bzw. das Angebot eines Studienplatzes der University of Sydney erhielt ich nur wenige Wochen nach Ablauf der Bewerbungsfrist (damals: Dez. 2002). Nach Erhalt dieser Unterlagen musste nur noch die Studiengebühr überwiesen werden, um das endgültige COE (Certificate of Enrolment) zu erhalten.


Studiengebühren

Die Studiengebühren der University of Sydney beliefen sich im Jahr 2003 auf ca. 7500 A$ (entsprechen ca. 4700€), sind aber jedoch nach Ablauf des Semesters auf ca. 9300 A$ erhöht worden. Zusätzlich zur Studiengebühr muss eine Krankenversicherung abgeschlossen werden und es fällt eine Einschreibegebühr in Höhe von 300A$ an.


Flug

Der Flug sollte zum baldmöglichst gebucht werden, da die billigen Tickets schnell vergriffen sind. Dabei muss mit Preisen von 950€ bis 1050€ gerechnet werden. Besonders empfehlen kann ich hierbei Singapore Airlines, die über einen spitzen Service, viel Beinfreiheit und ein nahezu unüberschaubares Angebot an Videos und Musik verfügen. Darüber hinaus sind die Stopover-Angebote in Singapur günstig (Hotel ab ca. 25€ pro Nacht) und man kann sich auch diese Metropole näher ansehen, bevor es nach Australien weitergeht.


Visum

Die Beantragung des Visums ist vergleichsweise einfach. Wird das Visum online beantragt erhält man die Bestätigung meist binnen einer Woche. Nach Ankunft in Australien muss man sich dann nur noch den Visa-Stempel beim Immigration-Office (nähe Railway Square) abholen.



SYDNEY

Nach der Ankunft in Sydney heißt es erst einmal sich zurechtzufinden, doch bald lernt man die entspannte Atmosphäre, das vergleichsweise gute Wetter (es ist nicht immer Sommer!) und die Freundlichkeit der "Aussies" zu schätzen.


Wohnungssuche

Die Wohnungssuche in Sydney kann unter Umständen etwas problematisch werden, da Wohnungsmakler meist eine Mindestmietdauer von 6 Monaten voraussetzen. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten an ein schönes „Zuhause“ für die Zeit in Australien zu kommen:

- Sydney University Village
- www.suv.com.au/
- Frühzeitig buchen! (bei uns war bereits alles ausgebucht)

- Unilodge
- http://www.unilodge.com.au
- Geräumige Doppelzimmer und Einzelzimmer in ehemaligem Hotel
- Eigenes Bad und Einbauküche
- In unmittelbarer Nähe zu Universität
- Eher gehobene Preisklasse (vor allem bei Einzelzimmern)!

- "The Millbrow"
- 2 Doppelzimmer und 5 Einzelzimmer in internationalem Guesthouse in Glebe (387 Glebe Point Rd)
- Gemeinsame Küche, Wohnzimmer und zwei Bäder
- Vergleichsweise günstige Preise (120 – 150 A$ pro Woche)
- Kontakt: Kevin (0409330690)


Öffentliche Verkehrsmittel

Das Bus- und Bahnsystem in Sydney kann auf den ersten Blick etwas unübersichtlich wirken (und ist es vielleicht auch), aber sobald man weiß mit welchem Bus man wohin kommt (z.B. 424 vom Hafen zur Uni) dürfte es keine Probleme geben. Man sollte sich aber auf jeden Fall ein „Weekly“-Ticket kaufen, da dieses meist günstiger ist als Einzel- oder Zehnerkarten.


Kommunikation

Unter den Prepaid-Mobilfunkanbietern konkurrieren derzeit Optus, AAPT und Vodafone und versuchen mit Lockangeboten neue Kunden zu gewinnen. Deshalb: Unbedingt vergleichen! Um Telefonate ins Ausland zu führen sollte man ebenfalls zu Prepaid-(Telefon)-Karten greifen, mit denen man von jedem Telefon ab ca. 3 Cent nach Deutschland telefonieren kann. Bei der Auswahl der Telefonkarten (es gibt eine unüberschaubare Anzahl von unterschiedlichen Anbietern) sollte man darauf achten, dass neben den Gebühren für die Einheiten keine zusätzlichen Kosten (Flagfall etc.) hinzukommen. Gute Erfahrungen habe ich damals mit "Hello"-Karten gemacht. Auch beim Internetzugang sollte auf Prepaid-Karten zurückgegriffen werden. Hier kann ich ebenfall die Hello-Karten wärmstens empfehlen (30 Tage Flatrate excl. Einwahlgebühr für 20A$). Normale Ortsgespräche kosten – unabhängig von der Dauer - eine einmalige Gebühr von 20 – 40 Cent (je nach Vertrag). Die Landesvorwahl für Australien ist 0061.


Bargeld

Durch eine Kooperation zwischen der Westpack und Deutschen Bank können alle Kunden der Dt. Bank mit ihrer EC-Karte umsonst Geld an den ATMs der Westpack-Filialen abheben. Sollte man trotzdem ein Australisches Konto benötigen, bietet die Commonwealth Bank ein kostenloses Studentenkonto an.



UNIVERSITY OF SYDNEY

Die University of Sydney liegt zentral im Herzen von Sydney und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln von überall gut zu erreichen. Trotz des riesigen Geländes findet man sich schnell zurecht und weiß, wo was los ist.


Einschreibung

Nach dem ganzen Stress im Vorfeld, verläuft die Einschreibung und Kurswahl relativ unkompliziert. Das International Office steht den Austauschstudenten dabei stets mit Rat und Tat zur Seite und sollte deshalb auch immer als Ansprechpartner Nr. 1 genutzt werden. Die Kurse können noch während der ersten Wochen umgewählt werden (Deadline beachten!) und somit kann man sich erst einmal alle interessanten Kurse anschauen und sich danach für drei bis vier Kurse entscheiden.


Kurse

Die Vorlesungen finden meist in modernen Vorlesungsräumen mit 300 bis 700 Sitzplätzen statt und dauern 1 Stunde 30 Minuten. Nachfolgend findet Ihr eine Zusammenfassung der von mir belegten Kurse:

Corporate Finance I:
Sehr guter “Grundlagenkurs” der von einem sehr engagierten Professor gehalten wird. Neben einer Vorlesung findet ein Tutorial pro Woche statt bei dem Anwesendheitspflicht besteht. Die Note setzt sich aus einem „Midterm-„ und „Final-Exam“, einer Kurzpräsentation und einem „Paper“ zusammen. Der Arbeitsaufwand ist angemessen und die Benotung ist fair. Fazit: Empfehlenswert!

Bank Financial Management:
Interessante Thematik mit leider nicht so interessanten Vorlesungen. Dieser Kurs besteht aus einer einzigen Vorlesung, die sich leider als nicht sehr effizient herausstellte. Die Inhalte konnten problemlos und innerhalb kürzester Zeit im Selbststudium erarbeitet werden. Die Note setzt sich dabei auch einem „Mid-Term-„ und einem „Final-Exam“ zusammen. Es ist dabei ohne weiteres möglich gute bis sehr gute Leistungen zu erreichen. Fazit: Interessante Inhalte mit durchschnittlichen Vorlesungen!

Industrial Organisations:
Aufbauend auf diverse VWL-Kurse an der University of Sydney stellte sich dieser Kurs schnell als „Horrorkurs“ für ausländische Studenten heraus, da denen meist die vorausgesetzten Grundlagen zur Herleitung und Berechnung volkswirtschaftlicher Vorgänge fehlten. Letztendlich mussten viele um ihre 50% kämpfen und der Professor senkte mehrmals die Notengrenzen, um ein einigermaßen vertretbares Gesamtergebnis zu erzielen. Neben der Vorlesung wird ein Tutorial mit allen Studenten (keine Gruppen) angeboten, dass zum Bestehen des Kurses besucht werden muss. Fazit: Nur für VWL-Profis!


Computer & Infrastruktur

Die Nutzung der Computer an der University of Sydney ist kostenpflichtig. Eine Ausnahme stellen dabei die Rechner in der Fisher Library dar, die offiziell nur zur Recherche verwendet werden dürfen. Ausdrucke werden dabei gesondert berechnet und müssen per Chip-Karte bezahlt werden. Ein W-LAN existiert leider noch nicht und in meines Wissens nach auch nicht in Planung.



FAZIT

Alles in allem ist ein Auslandssemester an der University of Sydney absolut zu empfehlen! Man sollte jedoch die Möglichkeit nutzen sich alle interessanten Kurse in der „Orientation Week“ anzusehen und sich danach für seine Favoriten entscheiden.



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Erfahrungsbericht - Janine Kilb



AUSLANDSSEMESTER AN DER UNIVERSITY OF SYDNEY
17.07.03 – 22.11.03

University of Sydney

Die University of Sydney wurde vor 150 Jahren gegründet und zählt heute zu den „Group of Eight“, den Australischen Hochschulen, die sich am stärksten mit der Forschung beschäftigen. An der Universität sind insgesamt 40.000 Studenten in den Fachbereichen Landwirtschaft, Architektur, Kunst, Sprachwissenschaften, Fremde Kulturen, BWL und VWL, Lehramt, Ingenieurwissenschaften, Medizin, Recht, „Koori Centre“ ( Studium der Lebensart der Aborigines), Musik, Biologie, Biochemie, Computerwissenschaften, Geographie, Mathematik, Physik, Psychologie, Veterinär Medizin und visuelle Kunst eingeschrieben.

Die University of Sydney beschäftigt ca. 2250 akademische Kräfte, so dass sich ein Studenten-Professoren-Verhältnis von 1:17 ergibt. Von den 40.000 Studenten sind ca. 5.000 internationale Studenten. 2/3 von ihnen studieren im undergraduate Bereich (undergraduate entspricht ungefähr dem deutschen Grundstudium, Abschluss hier ist der Bachelor), der Rest befindet sich im Hauptstudium (in Australien bedeutet das, dass der Student ein Masterstudiengang absolviert).

In Australien werden Credits anstelle der deutschen Noten vergeben. Das Credit System ist wie folgt aufgebaut:

High Distinction: 85%-100% (erhalten nur die 3-5% besten des Kurses)
Distinction: 75%-84% (die nächsten 15%)
Credit: 65%-74% (die nächsten 35%)
Pass: 50%-64% (nicht festgelegt)

Um als Vollzeitstudent zu zählen muss man mindestens 18 credit points pro Semester absolvieren. Diese Zahl dürfen deutsche Studenten nicht unterschreiten, weil man sonst kein Studentenvisum erhält und auch kein Auslandbafög beantragen kann. Die Anzahl der credits ist von Kurs zu Kurs unterschiedlich und bis man sich durch das riesige Vorlesungsverzeichnis gekämpft hat dauert seine Zeit. Es gibt bereits Kurse mit 4 credits aber auch Kurse mit bis zu 24 credits. Die Anzahl ist abhängig von dem Umfang des Kurses (je höher die Anzahl der credits desto zeitaufwendiger ist der Kurs). Für australische Studenten werden pro Semster 22 bis 24 credits vorgeschlagen. Study abroad Studenten dürfen pro Semester nicht mehr als 24 credit points belegen. Meine Kurse ergaben zusammen 18 credits und ich kann sagen, dass das ausreichend war. Man muß ja immer bedenken, dass in keinster Weise auf uns nicht muttersprachlich englisch sprechenden Studenten Rücksicht genommen wurde. Wir wurden sowohl in den Tutorien, den Vorlesungen als auch in den Klausuren behandelt, als wären wir Australier. In den Final Exams durften wir zwar Wörterbücher verwenden, jedoch war die Zeit so kalkuliert, dass man keine Zeit hatte nachzuschlagen.

Der Aufwand ist nicht zu vergleichen mit einem Semester an der Fachhochschule Koblenz. Hier konzentriert sich alles auf die Klausuren am Ende vom Semester. Ein Studium an der University of Sydney ist wesentlich zeitintensiver. Keiner meiner belegten Kurse beschränkte sich auf ein Final Exam, überall wurde von den Studenten mehr verlangt. Folgende Übersicht zeigt, wie sich die Endnote in jedem meiner Kurse zusammengesetzt hat:

Business and Economic Statistics A
- 2 Quix à 5%
- 2 Essays à 10%
- 1 Midterm exam 15%
- 1 Final exam 65%

Foundations of Human Resource Management
- Tutorial Participation 10%
- Tutorial Presentation 10%
- Essay 1.500 Wörter 30%
- Final Exam 50%

Marketing Research
- TutorialParticipation 15%
- Midtermexam 15%
- Groupwork 3.000 Wörter 30%
- Final Exam 40%

Eigentlich sind wir ja zum studieren nach Sydney gekommen, aber wenn man so am Strand liegt oder durch die Stadt bummelt, vergisst man das schon mal.

Auf dem Foto sieht man das schönste Gebäude der Uni, indem zum Teil noch Vorlesungen gehalten werden. Ein Großteil der Gebäude ist in diesem Stil gebaut, leider gibt es auch ein paar Schandflecken aus den Siebzigern, aber unsere Vorlesungsräume sind zum größten Teil neu erbaut.

Direkt am 21.06. begann unsere Orientation Week. Die war ganz lieb gemeint, man erhielt auch viele Informationen, aber die richtig wichtigen fehlten. Sie wurde speziell für die internationalen Studenten veranstaltet und informierte uns über die Vorlesungspläne, die Lage der Universität, Sicherheitsmaßnahmen und viele alltägliche Dinge.

Der Informationsfluss der Universität war nicht immer der beste, deshalb war unsere Devise: viel ausprobieren und selbst raus bekommen. Jedoch was Vorlesungspläne, Skripte, Notenbekanntgaben und jede Art von Informationen von den Professoren betrifft, war das System der University of Sydney sehr gut. Jeder Student erhielt zu Beginn des Semesters ein Login und ein Passwort. Auf der Universitäts-Webseite konnte sich dann jeder Student auf seine eigene Seite einloggen, auf der seine Kurse aufgeführt waren und er täglich aktualisierte Informationen bezüglich seiner Kurse bekam. Die Skripte für die Vorlesungen wurden online gestellt, so dass die Studenten sie ausdrucken konnten.

Das International House, mein vorläufiges zu Hause für die ersten zwei Wochen, lag direkt auf dem Campus. Nachdem ich dann eine dauerhafte Bleibe gefunden hatte, wurde alles etwas relaxter und man konnte sich in Ruhe einmal zurück lehnen. Die neue Wohnung lag auch direkt am Campus, was unsere Fahrtkosten in Grenzen hielt.

In den Tutorien bestand Anwesenheitspflicht und zum Teil wurde auch die Beteiligung bewertet. Für mich war die schlimmste Erfahrung meine Präsentation im Tutorium. Hierbei handelt es sich ja nicht nur um eine Präsentation, was für die meisten schon schlimm genug gewesen wäre, nein ich musste sie ja auch in Englisch halten. Die Präsentation handelte von der Recruiting Strategie des Global Players McDonalds. Ebenfalls in meinem Personalkurs musste ich einen Essay abgeben über das Thema Entlohnung („Analyse and assess pay based on performance and pay based on the job. Explain the greater use of performance based pay and analyse the arguments for and against each system“). Die Gruppenarbeit im Fach Marketing hatte den Titel „Survey of the awareness of financial planners and the Financial Planning Association of Australia Limited (FPA) with young people”. Zusammen mit einem Australier und zwei Koreanern haben wir einen 30 seitigen Aufsatz zu diesem Thema geschrieben.

Rally – „our education is not for sale !“
Eine Rally ist nicht etwa eine Schnitzeljagd, es ist eine Demo. Nicht genug, dass die Studiengebühren in Australien schon so hoch sind, jetzt ist auch noch geplant sie um 30% zu erhöhen. Das ist aber noch nicht endgültig beschlossen, deshalb haben wir auch dagegen protestiert. Zusammen mit 5.000 anderen Studenten aus Sydney sind wir durch die ganze Stadt gezogen und haben lautstark protestiert.

Australien – so europäisch aber doch anders
Auf den ersten Blick kommt einem hier alles sehr bekannt vor, alle großen Marken sind vertreten und in allen Ecken hört man deutsch. Aber wenn man etwas genauer hinschaut bemerkt man doch den Unterschied.

Die Australier scheinen nie zu frieren, weil es in den meisten Häusern keine „normale“ Heizung gibt. Wenn man Glück hat befindet sich im Schlafzimmer ein kleiner Heizlüfter. Im International House hatte ich Glück, und der Lüfter lief die ganze Zeit. Aber in allen Gemeinschaftsräumen hat man das Gefühl man erfriert. Ich habe noch nie soviel Kaffee getrunken, wie zu Beginn meines Australienaufenthaltes, um mich warm zu halten. Wenn man aus dem Fenster schaut, meint man es müssten draußen 30 Grad sein, aber es ist verdammt kalt. Sobald man in der Sonne steht und kein Wind geht, sind es ungefähr 20 Grad aber wehe wenn nicht. Entsprechend ist die Mode. Im Winter haben wir immer möglichst viele Klamotten übereinander angezogen und bei den Australiern (-innen) war es nicht ungewöhnlich, dass sie mit kurzen Röcken und mit Handschuhen rum liefen. Surfen ist hier ein Ganzjahressport. Im Sommer gibt es nichts Schöneres als bei strahlendem Sonnenschein auf den Wellen zu reiten. Aber bei 10-15 Grad Außentemperatur würde sich kein Europäer ins kühle Nass wagen.

Der nächste gravierende Unterschied: hier herrscht Linksverkehr. Hört sich im ersten Moment gar nicht so problematisch an. „Wir wollen ja kein Auto fahren,“ denkt man sich. Aber es ist gar nicht so einfach hier über die Straße zu gehen. Man guckt nämlich aus dem Gefühl raus immer in die falsche Richtung. Genauso ist es, wenn man zu Fuß unterwegs ist – die Leute gehen links. Und auch die Rolltreppen fahren auf der linken Seite nach oben.

An dieser Stelle sollte man dem deutschen Bildungssystem mal danken, das es einem ermöglicht in Deutschland auch mit einem kleinen Geldbeutel zu studieren. Das scheint hier unmöglich zu sein. Alles aber auch wirklich alles kostet in Sydney sehr viel Geld. Angefangen bei den Studiengebühren und alles was damit zusammen hängt, der öffentliche Nahverkehr (es gibt keine Studentenermäßigung für study abroad students), Bücherausleihen, Essen (es ist eigentlich nicht so teuer, aber es gibt keine Mensa) und das allerwichtigste das Wohnen!!! Ich hätte nicht gedacht, dass das so teuer sein würde. Und welche Standards man hier angeboten bekommt. In Deutschland würden wir in eine solche Wohnung nicht einziehen.
Eigentlich wollten wir alle alleine wohnen, damit wir auch schön viel Englisch lernen. Aber diese Vorstellung hat sich sehr schnell gewandelt als der Officer von der Campus Security uns erzählt hat, wie gefährlich doch der Victoria Park und Redfern Station sei. Also haben Evelyn Hohlbein und ich entschieden, uns zusammen eine Wohnung zu suchen. Super zentral gelegen und trotzdem ein Stück entfernt von Victoria Park. Jetzt zahlt jeder von uns $ 160 pro Woche (ca. 90 €) für ein „möbliertes“ Zimmer. Bad, Küche und Wohnzimmer teilen wir uns mit einem Australier und einem Malaysier. Nachdem wir eingezogen sind haben wir erst einmal einen Großputz veranstaltet, weil der Australier wohl nicht allzu viel von putzen und aufräumen hält.

Sydney

Darling Harbour
Der Bereich um den Darling Harbour wurde erst in den letzten Jahren zum Besuchermagneten. Zuvor war es das Rotlichtviertel von Sydney und die meisten Leute machten einen großen Bogen darum. Zur 200-Jahrfeier Sydneys wurde das Viertel als Austragungsort außerchoren. Heute ist es ein Muss, wenn man Sydney besucht. Hier befinden sich u.a. der Chinesische Garten, Paddys Market, die Messe, das Aquarium und das Marine Museum. Einige Ausflugsbote legen hier ab und es gibt sehr viele Cafes und Bistros. Der Chinesische Garten war schön aber wir waren einstimmig der Meinung, dass wir im Sommer noch mal wieder kommen, wenn alles blüht und grünt.

Bondi Beach
Bondi Beach ist der Strand in Sydney. Trotz 19 Grad Außentemperatur, 16 Grad Wassertemperatur und einem böigen Wind waren im Juli bereits sehr viele Surfer im Wasser. Die Wellen waren super. Selbst wenn man nur bis zu den Knien im Wasser steht und muss man schon aufpassen, dass man nicht umfällt. Genauso wie der Coogee ist der Bondi Beach eingerahmt von Steilküsten. Super schön.

The Rocks
The Rocks ist das älteste Stadtviertel von Sydney. Dort wurden die ersten Häuser von den Engländern erbaut, als sie Australien besiedelten. Diese Häuser sind heute mühevoll restauriert. Am Wochenende findet dort immer ein ganz netter Markt statt. Man kann dort von typischen australischen Lebensmitteln (Chili Souce, Marmalade) bis hin zu Kunsthandwerk und Schmuck fast alles kaufen. Wir haben uns also genug Zeit genommen, um gemütlich darüber zu schlendern.

Institut Ranke Heinemann
Mein Dank gilt dem Institut Ranke Heinemann in Essen. Sie haben kostenlos meinen Studienaufenthalt in Sydney organisiert und jeglichen Schriftverkehr für mich zwischen Australien und Deutschland übernommen.

Trotz alle dem steckte hinter dem Aufenthalt noch sehr viel organisatorischer Aufwand. Ich bin sicher, dass ich meine Zeit in Australien nie vergessen werde. Vielleicht gehe ich ja nach meinem Studium wieder zurück nach Australien.

Dieser Artikel steht auch als PDF Version zur Verfügung (inkl. Bildern).


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Erfahrungsbericht - Christiane Fleischer



Vorweg nehmen möchte ich einen Dank an das Institut Ranke Heinemann, das mir meinen Aufenthalt in Sydney um einiges leichter gemacht hat!!
Ich habe also über die freundlichen Mitarbeiter des Instituts meine Bewerbung für die University of Sydney geregelt. Ich habe mich bewußt nur für eine Hochschule beworben, was zwar riskant ist, ich aber unbedingt an die University of Sydney wollte, da sie mir von Freunden empfohlen wurde, ich wußte, dass die Kurse dort an meiner Uni hier anerkannt würden und ich ganz klar nach Sydney wollte. Zum Glück hat dann auch alles ohne Probleme geklappt und Ende Februar, nach meinen letzten Klausuren an meiner "Heimatuni" ging es dann los. Und direkt zu Beginn sollte es das einzige Problem geben, dass ich während des ganzen Aufenthaltes haben sollte: am Flughafen Frankfurt. Ich hatte zu viel Gepäck!! Nach einigem Ein- , Aus- und Umpacken habe ich es dann kurz vor Abflug doch noch geschafft, die zulässige Kilozahl annähernd zu erreichen. Und meine Eltern durften den Rest per Post (!) nachschicken. Mein Tip an dieser Stelle (interessant wohl eher für die weiblichen Leser): Erspart euch den Ärger, in OZ gibt es 1000 fantastische und gar nicht teure Klamottenläden! Aber das nur am Rande.
In Sydney angekommen bin ich direkt am nächsten Montag an die Uni, zum International Office. Da ich leider die Orientation Week verpasst hatte (Klausuren in Mannheim waren schuld), hatte ich einiges nachzuholen. Mit den netten Mädels dort (Thanks, Jenny!) habe ich dann meinen Stundenplan gebastelt und wurde über den Campus informiert. Und der ist recht weitläufig, aber wirklich schön. Eigener Park mit Pool inklusive! Und die angeblich größte Bibliothek der südlichen Hemisphäre. Na dann.
Ich habe 4 Kurse besucht, was mit Sicherheit keine Rekorde bricht und auch unterhalb des Möglichen liegt, aber mir war es neben dem Lernen auch wichtig, Stadt, Land und Leute kennenzulernen. Und das habe ich gemacht und es lohnt sich! Ich muss es einfach sagen, Sydney ist für mich auf der Liste der schönsten und coolsten Städte der Welt ganz oben!
Aber zurück zur Uni. Die Kurse dort sind nicht zu voll (eine Umstellung wenn man von einer deutschen Massenuni kommt) und die Profs kennen einen zum Teil wirklich mit Namen! Man schreibt 2 Midterm Exams und 1 Final pro Fach. Des Weiteren fallen überall Asignments an- also Referate, die entweder allein oder in der Gruppe verfasst werden. Auch das für mich neu, aber durchaus spannend und absolut machbar.
Die University of Syndey kann ich demnach jedem nur empfehlen!
Noch ein paar allgemeine Tips zum Schluss:
Wohnung: schwierig, etwas schönes, nicht zu teures zu finden. Ich habe im Sydney Morning Herold Weekend Edition gesucht und jede Menge teure dunkle Löcher angeschaut, bevor ich was adäquates gefunden habe. Darlinghurst, sehr schönes Viertel, und mit 200 AUSD pro Woche (vollständig möbliert) nicht billig aber angemessen. Mit Sicherheit gibts auch was näher an der Uni, aber ich hatte ein Auto mit einer Freundin (20 Jahre alter Nissan, lief aber wunderbar und mit Automatik, für uns Linkslenker und Rechtsschalter vielleicht empfehlenswert!), aber auch der öffentliche Nahverkehr wäre ausreichend gewesen, um in einer eingermaßen angemessenen Zeit an der Uni zu sein. Ich habe mir sagen lassen, dass die Wohnheime für Internationals überteuert und nicht wirklich zu empfehlen sind, aber das ist wie gesagt nur hörensagen. Selber nachschauen ist wohl besser!
Ansonsten nutzt die Ferien und reist so viel es geht! Australien ist bezaubernd und wer weiß, wann man sonst das nächste Mal hinfährt!
Zusammenfassend läßt sich sagen: a) ein Austauschsemester in Australien lohnt sich, b) Sydney rockt, und c)ohne Ranke Heinemann wäre es wesentlich schwieriger gewesen!
Grüßt mir Sydney, wenn ihr als Nächste dort sein solltet!
Christiane


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Erfahrungsbericht - Jan Peter Sasse



Zunächst kann ich jedem nur empfehlen, nach Sydney zu kommen. Die Stadt ist wunderschön, das Wetter ist besser und das Leben irgendwie viel relaxter. Obwohl ich noch ca. ein halbes Jahr vor mit habe, weiß ich jetzt schon genau, dass mir der Abschied schwer fallen wird. Es hat noch keine Minute hier gegeben, in der ich meine Entscheidung bereut hätte und der beste Teil, das Reisen, liegt noch vor mir.

Vor dem Abflug:

Die Zeit, bevor es losgeht, ist natürlich recht stressig, vor allem wenn kurz vorher noch wichtige Klausuren anstehen. Deshalb ist es sinnvoll, bestimmte Dinge schon im voraus zu erledigen. Das betrifft vor allem solche Sachen, die mit dem Visum zusammenhängen. Die ärztliche Untersuchung lässt sich wohl nicht umgehen und kann in Freiburg bei Dr. Rosset in der Schwarzwaldstrasse gemacht werden. Was sonst noch zum Erhalt eines Visums nötig ist, erfährt man auf der Homepage der australischen Botschaft in Berlin, das benötigte Formular kann unter www.immi.gov.au runtergeladen werden. Die Confirmation of Enrolment trifft unter Umständen relativ spät ein (in meinem Fall ca. eine Woche vor dem Abflug), daher sollte man bereits im Vorfeld alle Dokumente an die Botschaft geschickt haben und mit dem Sachbearbeiter absprechen, dass man die Confirmation of Enrolment bei Erhalt zufaxt.
Um die Confirmation of Enrolment zu erhalten, muss man einen Scheck an die University of Sydney senden, der bei einer australischen Bank eingelöst werden kann. Da kann einem die Auslandsabteilung der eigenen Bank weiterhelfen, aber auch die brauchen ein paar Tage, also auch darum sollte man sich nicht erst in letzter Minute kümmern.

Gegen diese Gebühr ist man über die Medibank Private krankenversichert. Auf jeden Fall macht es Sinn, sich auf der Homepage genau die Leistungen anzuschauen und bei Bedarf eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abzuschliessen.

Bezüglich des Sprachtests hat man die Wahl zwischen dem TOEFL-Test und dem IELTS-Test. Da ich im ersten Anlauf im TOEFL zu wenig Punkte im Essay hatte, habe ich danach den IELTS gemacht. Dieser Test erscheint mir im nachhinein etwas leichter zu sein. Ein Vorteil ist aber auf jeden das man das Ergebnis bereits nach einer Woche bekommt, während man beim TOEFL wesentlich länger warten muss.

Nach der Ankunft:

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, das Angebot der Uni wahrzunehmen, die ersten beiden Naechte im International House zu verbringen. Da man ja seine Ankunftdetails dem ISSU (International Student Service Unit) mitgeteilt hat, wird man quasi am Flughafen „erwartetÅg. Man muss sich nur zum Arrival Desk der Uni begeben, der eigentlich kaum zu verfehlen ist. Dort erhält man ein Welcome Package mit allerlei Informationen, außerdem wird der Transfer per Shuttle Bus zum International House organisiert.

Die Einschreibung:

Nach all dem vorhergehende Stress ist die Einschreibung entspannend unkompliziert, vor allem wenn man an den im Vorfeld gewählten Kursen festhält. Allerdings gibt es da offenbar Unterschiede zwischen den Exchange Students und den Study Abroad Students. Als Teilnehmer am Austauschprogramm musste ich mich nur an die Exchange section im International Office wenden, daraufhin wurde alles weiter in die Wege geleitet. Überhaupt sind die Leute in International Office extrem hilfsbereit und können einem bei den meisten Problemen weiterhelfen.

Wohnungssuche, Bank, etc.:

Die Wohnungssuche kann unter Umständen recht anstrengend und frustrierend sein. Vor allem wenn man relativ spät in Sydney eintrifft und das Semester schon fast angefangen hat ist es schwer, etwas uninahes zu finden. Da ich unbedingt in Newtown oder Glebe wohnen wollte hat meine Suche zwei bis drei Wochen gedauert. In der Zeit habe ich dann in einem billigen Hotel in der city gewohnt. Wenn man etwas flexibler bezüglich des Stadtteils ist, braucht man aber wahrscheinlich nicht so lange zu suchen.

Es gibt drei Wege, ein Zimmer zu finden. Zunächst ist da der Accommodation service an der Uni. Im Sydney Morning Herald und unter www.domain.com.au sind, vor allem Mittwochs und Samstags, viele Kleinanzeigen für Wohnungen und Zimmer. Außerdem sollte man in dem Stadtteil, in dem man wohnen möchte, in Cafes usw. nach Anzeigen Ausschau halten. Die meisten Leute in Sydney leben in terrace houses, die man sich mit drei oder vier anderen Mitbewohnern teilt. Die Mieten sind meiner Meinung nach schon um einiges höher als zum Beispiel in Freiburg, vor allem in der Nähe der Uni.

Man sollte sich auf jeden Fall sobald wie möglich nach der Ankunft ein Konto einrichten, so dass man überall bequem Geld abheben oder bargeldlos bezahlen kann. Banken befinden sich auf dem Campus, ich habe ein Konto bei der National Bank und kann mich bisher nicht beschweren.

Wer ein Handy hat, sollte das ebenfalls mitbringen und hier eine pre-paid Karte (von Telstra oder Vodafone) kaufen. Vor allem während der Wohnungssuche ist ein Handy wirklich praktisch.

Die Uni:

Der Campus der University of Sydney ist riesig und, mit dem Bus, ca. 10 Minuten von der Innenstadt entfernt. Die Uni selbst ist ein recht wilder Mix aus einigen schönen, aber auch einigen eher hässlichen Gebäuden. Die meisten Fakultäten befinde sich auf dem Campus, einige, zum Beispiel die Law Faculty, sind allerdings „ausgelagert“.

Am Anfang des Semesters stellen sich die Clubs und Societies der Uni vor. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, einigen beizutreten, später im Semester ist es schwieriger, den Kontakt herzustellen. An der Uni gibt es extrem viele dieser Clubs, von Bushwalking bis Science Clubs. Die Anfangsgebühr ist relativ gering, danach wird man dann in der Regel per email über Aktivitäten auf dem Laufenden gehalten.

An der Uni gibt es einige Computerpools, die man gegen kleines Entgelt nutzen kann. Das Passwort um sich einzuloggen sollte sich auf der Confirmation of Enrolment befinden. Trotzdem ist es praktisch einen Laptop mitzubringen, so dass man nicht zu abhängig von den Öffnungszeiten der Computerpools ist, vor allem wenn man ein essay oder so schreiben muss.

Die Freude über eine 12-Stunden Woche verfliegt recht schnell wenn man sich im Copy Shop der Uni die Pflichtlektüren besorgt hat. Man muss über das ganze Semester hinweg ziemlich viel lesen, außerdem liegen pro Fach ca. 2 assignments an, meistens in der Form von essays (1500-2000 Wörter in first und second year classes). Normalerweise hat man 2 Vorlesungsstunden und ein Tutorat, bei dem Anwesenheitspflicht besteht.

Am Ende des Semesters hat man dann ca. zwei Wochen Zeit, um sich auf die jeweiligen final exams vorzubereiten.

Die Kurse:

Im ersten Semester habe ich Corporate Finance 1, Modern Asian History and Culture 1, Economic History: The 19th century und World Politics belegt.

Corporate Finance ist ein second year Kurs, der relativ überlaufen ist. Generell hat der Kurs einen guten Überblick über die gängigen Finanzierungstechniken geliefert. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass, im Vergleich zu Deutschland, mehr Wert auf eigentliches Detailwissen und weniger auf konzeptuelle Hintergründe gelegt wird.

Modern Asian History and Culture war ein interessanter Kurs, vor allem wenn man , wie ich, vorher nicht besonders viel über Asien wusste.

Economic History war ein wenig langatmig und ich würde in diesem Fall wohl im nachhinein eine andere Wahl treffen. Ökonomische Gesichtspunkte wurden eigentlich eher vernachlässigt.

World Politics war mit Abstand der beste Kurs, was vermutlich vor allem an dem wirklich guten Prof und an dem Tutor lag. Inhaltlich hat der Kurs einen Überblick über die Geschichte des 20. Jahrhundert gegeben sowie über die Grundkonzepte im Bereich internationaler Beziehungen.

Soziales:

Die Australier sind in der Regel sehr freundlich und hilfsbereit. Schon allein durch die Kurse an der Uni und die Clubs findet man relativ schnell Anschluss. Allerdings neigt man dazu, relativ viel Zeit mit anderen internationalen Studenten zu verbringen. Außerdem laufen an der Uni und in Sydney allgemein ziemlich viele Deutsche rum, so dass man fast aufpassen muss, nicht nur in deutscher Gesellschaft zu sein. In der Freizeit macht man eigentlich genau dasselbe wie in Deutschland, außer dass das Wetter besser ist und man deshalb öfter grillt. Sydney bietet extrem viele Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben, wenn man etwas länger frei hat bietet es sich natürlich an, rumzureisen. Das Nachtleben kann nicht ganz mit zum Beispiel London mithalten, aber wenn man aus Freibug kommt, wird man sich so schnell nicht langweilen. Reizvoll ist vor allem die ethnische Vielfalt der Stadt (besonders was das Essen angeht). Außerdem gibt es viele Gelegenheiten, Sport zu treiben, von den Sportanlagen auf dem Campus bis zum Surfen am Bondi Beach.

Abschließend kann ich nur sagen, dass Sydney die schönste Grosstadt ist, in der ich je war. Ich habe noch keinen Austauschstudenten getroffen, dem es hier nicht gefällt. Jegliche Schwierigkeiten ließen sich recht einfach aus dem Weg räumen, so dass ich jedem empfehlen kann, in Sydney zu studieren und zu leben.

Für jegliche Fragen bin ich unter jpsasse@gmx.de zu erreichen.


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Erfahrungsbericht - Hanno Beckert



Was war wichtig bei der Vorbereitung?

Die Vorbereitungsphase nahm ca. ein Jahr in Anspruch. Grund hierfür war vor allem, dass die Universität Passau keine Austauschprogramme für BWLer mit Australischen Universitäten anbietet. Als Ansatz war eine parallele Bewerbung an mehreren Hochschulen sinnvoll. Grundsätzlich ist es nicht schwierig, eine Zusage für ein sog. "Study Abroad"-Program zu erhalten, dieses ermöglicht aber nicht die Erlangung eines akademischen Abschlusses. Mein Ziel war die Zulassung zu einem "Postgraduate"-Studium mit Abschluss als "Master of Commerce", welches in etwa mit dem Hauptstudium in Deutschland vergleichbar ist. Deshalb musste ich auch Vorkenntnisse anhand der Leistungen im Grundstudium und der ersten Scheine im Hauptstudium nachweisen.

Als optimaler Zeitpunkt für den Einstieg ins Studium in Australien bietet sich der Februar an, also direkt im Anschluss an das deutsche Wintersemester, da dann das Australische Studienjahr (jahreszeitlich versetzt im Vgl. zur Nordhalbkugel) beginnt. Der Einstieg ist aber auch nach dem Winter Break im September möglich.

Über das Kursangebot im Ausland kann man sich oft schon auf der Homepage der Universitäten einen sehr detaillierten Einblick verschaffen, da es dort unter der Rubrik "course outlines" oder "contents of courses" von den Lecturern (= Tutoren) recht genaue Angaben zu Inhalten, Prüfungsleistungen, Kurszielen und Terminen gemacht werden. Allerdings entscheiden die Tutoren nicht über die Aufnahme an der Uni, sondern der "Dean of the Faculty" (= Dekan). Falls es zu Problemen in der Kommunikation mit dem Auslandsamt (= International Office) kommt, welches die Bewerbungen ausländischer Studenten bearbeitet, kann der Dean in Einzelfällen auch Ausnahmeregelungen akzeptieren. Man darf sich sowieso nicht über die auch in der deutschen Bürokratie bekannten Probleme und Verzögerungen wundern, die teilweise noch ausgeprägter auftreten. Grundsätzlich gilt, dass sich ungeklärte Fragen auch noch vor Ort regeln lassen - meist viel schneller; z.T. sind dann auf einmal Regelungen möglich, die von Deutschland aus völlig unerreichbar schienen.

Nach erfolgreicher Bewerbung an der Uni braucht man für den Aufenthalt in Australien ein 6 bzw. 12 Monate gültiges Studentenvisum. Neben einer Untersuchung bei einem autorisierten Vertrauensarzt gibt es noch einige andere Formulare, die z.T. auf der Homepage der Immigrationsbehörde als pdf-Downloads verfügbar sind. Die Bearbeitung bei der Botschaft kann bis zu 6 Wochen beanspruchen, deshalb auch hier frühzeitig planen...(In zeitlich wirklich knappen Fällen hilft schon mal ein höflicher Telefonanruf, aber es gab auch schon Fälle, in denen das Visum bis zum Abflug nicht mehr erteilt wurde.)

Finanzielle Unterstützung bei dem Vorhaben Auslandsstudium gewähren u.U. der DAAD (extrem lange Bewerbungsfristen!) oder parteinahe Stiftungen oder sonstige Institutionen zur Begabtenförderung. Weiterhin kann man sich um Auslands-BAFÖG oder einen Bildungs-Kredit des Bundesverwaltungsamtes bemühen.

Studieren an der University of Sydney

Die University of Sydney ist die älteste Universität Australiens (gegründet 1850) und genießt fakultätsübergreifend einen sehr guten Ruf. Der Campus befindet sich verkehrsgünstig in unmittelbarer Nähe der Innenstadt zwischen den Stadtteilen Newtown, Glebe, Surry Hills und dem Financial District. Das Housing Office ist gerne bei der Suche nach einer Unterkunft behilflich und vermittelt Zimmer in den nahegelegenen Stadtteilen. Darüberhinaus ist eine Unterbringung in den sog. Colleges möglich, die am Rande des Campus über Wohnheime verfügen, in denen die Zimmer allerdings durch die gebotene Vollverpflegung sehr teuer sind. Die meisten Bewohner sind Undergraduates im ersten Studienjahr und es wird viel Wert auf das Gemeinschaftsleben gelegt. Für sie sind die Vorlesungen meist am Vor- und Nachmittag, weswegen sich eine Unterkunft in Nähe der Vorlesungsräume anbietet. Die Veranstaltungen im Rahmen des Postgraduate-Studiums hingegen finden am Abend zwischen 18 und 21 Uhr statt. Man muss also nur 1mal am Tag zur Uni und kann deshalb auch ohne Probleme in weiter entfernten Stadtteilen wohnen (z.B. strandnah!). Per Auto oder Bus ist die Uni in jedem Fall gut zu erreichen.
Auf dem Campus befinden sich neben den mehr oder weniger modernen Gebäuden der einzelnen Fakultäten auch die sog. "Student Union Centres"(= Einrichtungen des Studentenwerks/Fachschaften). Dort gibt es neben dem Mensabetrieb einige Cafes, Kneipen, Kioske, Schreibwaren, Copy-shops, Reisebüro, Zahnarzt, Allgemeine Arztpraxis, Frisör, Computerbedarf, Bank, Post, Ticketoffice und Informationsschalter. Zur Uni gehören weiterhin eine zentrale (herrlicher Blick über die Skyline) und mehrere kleinere Bibliotheken sowie ein Sportzentrum (Schwimmen, Fitness, Tennis, Squash,...), welches allerdings nicht kostenlos genutzt werden kann.
Auch das kulturelle, und soziale Programm ist sehr vielseitig. Eine Unmenge von Societies und Clubs bietet Veranstaltungen aller Art an, von denen man als Postgraduate allerdings nicht allzu viel mitbekommt, wenn man sich nicht in der Orientation-Week schon irgendwo anmeldet. Auch Parties, Filmvorführungen und Konzerte sind mehr für die Erstsemester ausgelegt, und so darf man sich über frühabendliche Veranstaltungen, zu denen man wegen seiner Vorlesungen nicht gehen kann, nicht ärgern.

In der ersten Vorlesungswoche kann man sich, bevor man sich endgültig und verbindlich für die Kurse des Semesters anmeldet, die Veranstaltungen "probehören". Da die Qualität der Lehre mit dem individuellen Lecturer steht und fällt, ist das eine sehr gute Möglichkeit, sich hier - gerade als ausländischer Student - einen ersten Eindruck zu verschaffen und gegebenenfalls noch mal umzuwählen. Hier gibt der Lecturer auch die von ihm erwarteten Assignments ( = Prüfungsteilleistungen) endgültig bekannt. In den betriebswirtschaftlichen Kursen sind das meistens eine Zwischen- und Abschlussklausur, darüber hinaus noch mind. eine Hausarbeit oder ein Gruppenprojekt mit Päsentation etc.

Die Teilnehmerzahl der von mir besuchten Kurse schwankte zwischen 20 und 120, wobei der Kontakt zu den Lecturern stets persönlicher war als z.B. an der Uni Passau. Neben der guten Betreuung habe ich auch den stärkeren Praxisbezug als interessant und extrem lehrreich empfunden. Als weiteren bereichernden Faktor sind auch die Mitstudenten zu nennen. Neben 30 bis 40jährigen berufstätigen Australiern war ich umgeben von asiatischen Studenten aus diversen Ländern, sei es nun die kommunistische Volksrepublik China, Taiwan, Malaysia, Vietnam, Papua-Neuguinea oder sogar Tuvalu. In den Pausen und Gruppenprojekten gab es somit vielerlei Gelegenheit, die kulturellen Unterschiede auszuloten.

Die Studiengebühren werden pro Kurs entrichtet. Für den Abschluss Master of Commerce braucht man 12 bestandene Kurse. Ich hatte aufgrund meiner Vorkenntnisse nur noch 8 Kurse zu absolvieren, von denen jeder mit AUD 1940,- zu Buche schlug, was einem Gesamtbetrag von AUD 15.200,- entspricht. Die jeweiligen Beträge sind vor Semesterbeginn zu entrichten. In einem Semester sind gleichzeitig maximal 4 Kurse möglich. Wenn es einem allerdings nicht schnell genug geht, kann man einzelne Kurse auch während der Semesterferien im Rahmen der Summer bzw. Winter School absolvieren. Aufgrund der hohen Arbeitsauslastung während des Semesters war ich über die Erholung während der Semesterferien allerdings sehr dankbar. Wenn ein Kurs nicht bestanden wird, kann man die Prüfungsteile zwar kurzfristig nachholen, allerdings wird die Kursgebühr nochmals fällig, egal ob man nur die Prüfung oder den ganzen Kurs wiederholt.

Falls man eine Anrechnung der im Ausland erworbenen Leistungen an der Heimatuniversität im Auge hat, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor den letzten Prüfungen die Lecturer um entsprechende Statistiken über das eigene Ergebnis und das Abschneiden des Kurses insgesamt sowie die zugrundeliegenden Beurteilungskriterien zu bitten, da das Dekanat solche Daten meist nur sehr widerwillig herausgibt.

Was machen nach der Uni ? - Das Leben in Sydney

Sydney als Stadt hat einen sehr hohen Freizeitwert. Die Lage am Port Jackson, der sich vom Pazifik aus weit ins Landesinnere verzweigt, führt dazu, dass die Stadt in einen Nord- und Südteil getrennt ist. Verbunden werden die beiden Hälften durch wenige Brücken, einen Tunnel und mehrere Fährverbindungen. Durch das viele Wasser in der Stadt und eine z.T. recht hügelige Geographie bekommt sie einen eigenen Charme, der sie von den anderen Australischen Metropolen, in denen die Straßen vorwiegend schachbrettartig und flach verlaufen, unterscheidet. Ein daraus resultierender Nachteil ist, dass man meist nie den direkten Weg zwischen 2 Punkten A und B wählen kann, sondern immer einen Umweg in Kauf nehmen oder zumindest das Verkehrsmittel wechseln muss.

Das Klima ist so mild, dass man fast 9 Monate im Jahr im Meer schwimmen gehen kann, einige Hartgesottene surfen (oder besser wellenreiten) auch das ganze Jahr über. Eine Vielzahl von Stränden (ca.15) entlang der Ostküste steht den Sydneysidern dazu zur Verfügung, angefangen über Palm Beach und Freshwater im Norden über die berühmteren Manly und Bondi bis hin zu Coogee und Maroubra im Süden.

Für den Alltag bietet sich als Verkehrsmittel der Bus an. Über 200 Buslinien bilden ein flächendeckendes Netz, über das man in alle Stadtteile gelangt. Allerdings sind die Busse keineswegs immer pünktlich und auch nicht besonders schnell. Als Faustregel gilt: Die 200er Linien bedienen vorwiegend den Norden, die 300er den Osten und die 400er den Westen. Drehkreuze für den Busverkehr sind der Busbahnhof in der Nähe des Hauptbahnhofs und der in der Nähe des historischen Stadtteils "The Rocks". Einige Eisenbahnlinien, die entweder in Nord-Süd oder Ost-West-Richtung (teils auch unterirdisch) verlaufen, ergänzen dieses Netz. Zum Flughafen fahren vom Hauptbahnhof ein Express-Bus (grün-gelb) und ein (erst Ende 2000 neu in Betrieb genommener) Zug, die aber beide zuschlagpflichtig sind (ein Weg ca 7-10 AUD). Die Stadterkundung sollte aber nicht nur auf dem Land erfolgen, sondern auch vom Wasser aus. Zentrale Anlegestelle für die beige-grünen Fähren ist "Circular Quay". (Teilweise kann man mit den Wochenkarten für die Busse auch die Fähren mitbenutzen.)

Das Auto sollte man aufgrund des Parkplatzmangels und der z.T. unübersichtlichen Verkehrsführung besser nur für Ausflüge ins Umland oder aber zum Einkaufen in den größeren Shopping-Centern benutzen. So vermeidet man ebenfalls die auf den Stadtautobahnen erhobenen Gebühren. Sowieso ist der Linksverkehr in den ersten Tagen sehr gewöhnungsbedürftig, auch als Fußgänger! Günstige Mietwagen bietet die lokale Autovermietung "No Birds" (William Street, Stadtteil Darlinghurst) an. Pro Tag wurden zu meiner Zeit ca 50 AUD für einen Mazda 323 in der einfachsten Ausführung fällig.(Tip: Bei diesen Autos kann man die Tachowelle mit einem Handgriff ab- und anklemmen, und so durchaus mehr als die normal vorgesehenen 150 km pro Tag fahren!)

Die diversen Sehenswürdigkeiten der Stadt werden in den einschlägigen Reiseführern ausführlich besprochen, deshalb hier nur einige persönliche Tips oder Anmerkungen zu einigen Sehenswürdigkeiten:


  • Die Harbour-Bridge kann man auf mehrere Arten erleben. Entweder man fährt mit dem Auto darüber oder nimmt den Fußgängerweg, von dem aus es sich besser fotografiert. Eine weitere Alternative ist eine angeseilte Kletterpartie über die Bogenkonstruktion in luftiger Höhe. Oben ist das Fotografieren verboten und die ganze Sache kostet mehr als 100 AUD - muss also jeder selbst wissen. Gerade als Gruppe ist bei gutem Wetter eine Reservierung von Vorteil.
  • Die Oper als Wahrzeichen sieht von außen gewaltiger als von innen aus. Dennoch lohnt sich der Besuch einer der vielen Veranstaltungen, es muss nicht unbedingt eine Opernaufführung sein!
  • Günstige Alternativen zu einem Besuch des AMP-Towers, von dem aus man für mehr als 22 AUD einen schönen Rundumblick über die Stadt hat, ist die Bar im obersten Stock des ANA-Hotels in der Nähe des Stadtteils "The Rocks" und die Horizon Bar in einem Hochhaus and der Darlinghurst Road im Vergnügungsviertel Kings Cross / Darlinghurst.
  • Das Rugby-Spiel erfreut sich in Australien grosser Beliebtheit. Spiele finden in Sydney seit der Fertigstellung des Olympiageländes im Stadium Australia statt. Um 2 Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, kann man sich z.B. Karten für ein Ligaspiel am Abend kaufen, und am Nachmittag zuvor die anderen Olympiastätten in Homebush Bay besichtigen. (Anreise am besten mit der Bahn)
  • Cricket wird ebenfalls großgeschrieben; der Sydney Cricket Ground (SCG) an der ANZAC Parade ist hier das non-plus-ultra. Für Anhänger des europäischen Fußballs finden Spiele im North Sydney Oval statt (etwa Regionalliganiveau)
  • Ein nicht aus dem Alltag wegzudenkendes Ritual der Australier ist das sonntägliche Barbecue. In vielen Parks und an einigen Stränden stehen öffentliche Grills zur Verfügung, an denen sich die Großfamilien ab dem späten Vormittag bis zum Abend bei deftiger Kost und Bier für die Aufgaben der kommenden Woche stärken. Schöne Orte dafür sind der Centennial Park, der Strand von Coogee oder der kleine Shelly Beach im Stadtteil Manly. Am kultigsten ist allerdings ein Segeltrip durch den Hafen von Sydney mit einem Grill an Deck des Bootes.
  • Vom Besuch des Löwenbräu-Hauses in The Rocks als einer "typisch deutschen" Attraktion rate ich ab, wenn man nicht auf Bedienung in Dirndl und Lederhose und horrende Bierpreise von 8 AUD und mehr steht. (Allerdings ist das Weizenbier frisch gezapft!)
  • Gemütliche kleine Cafes und Lokale findet man entlang der Glebe Point Road im Stadtteil Glebe und in Newtown (etwas verwahrlost, aber trotzdem nett); die Stadtteile Balmain und Paddington kommen mit den Häusern im viktorianischen Stil sehr gediegen daher. Im letzteren gibt es auch sehr viele kleine Boutiquen und Galerien.
  • Sehenswert sind in jedem Fall auch die Häuser entlang der "Old South Head Road", die am Wasser entlang von der City nach Westen durch die vornehmen Stadtteile Rose Bay, Double Bay und Watson's Bay führt. An ihrem Ende am südlichen Ufer der Hafeneinfahrt befindet sich das Ausflugsziel "Doyle's", wo sich alles um Fisch dreht. Es gibt einen Strassenverkauf, einen Pub mit Gastwirtschaft und ein gutes Fischrestaurant. Von allen hat man einen schönen Blick auf die Skyline und den Hafen, beste Tageszeit ist der späte Nachmittag, um von hier aus anschliessend den Sonnenuntergang zu beobachten.
  • Frischen Fisch in rauen Mengen gibt es übrigens auch auf dem Fish Market im Stadtteil Pyrmont, gleich um die Ecke des Star City Casino-Komplexes.
  • Wer zu Ostern in der Stadt ist, sollte auch einen Besuch des Randwick Racecourse, einer der grössten und traditionsreichsten Pferderennbahnen, nicht verpassen. Neben einem Picknickkorb ist hier auch eine extravagante Kopfbedeckung gern gesehen. (Das Gelände war u. a. übrigens auch Schauplatz des Kinofilms "Mission Impossible II")


Jetzt noch einige Adressen für ein abwechslungsreiches Programm nach Sonnenuntergang:

  • George Street: Three Wise Monkeys & Bridie O'Reilly's & Scruffy Murphy's (alles Pubs ), Marble Bar (Keller-Bar des Hilton, jeden Tag in der Woche Live-Musik, interessantes Interieur), Scubar (Hauskneipe des Sydney Youth Hostel schräg ggü. vom Hauptbahnhof am südl. Ende der George Street, Backpacker-Publikum)
  • Oxford Street: Good Bar & Grand Pacific Blue Room (Für die Schönen und Reichen), Paddington Inn & Fringe Bar (cool, relaxed, z.T. Live-DJs), Tantra und diverse andere Clubs nebenan und gegenüber (gute Musik, allerdings auch Zentrum der Schwulen- und Lesbenszene), The Albury Hotel (jeden Abend Travestie-Dance-Show, sehr lustig aber auch touristisch)
  • City allgemein: Forbes Hotel (Pub mit Disco-Floor), Shark Hotel (Billardtische und Haifischbecken), Establishment (Promi-Kneipe), Elephant Bar (am Kreisverkehr "5ways" in Paddington, Sofas sorgen für Gemütlichkeit), Greenwood Hotel (North Sydney, Bar und Disco in einer alten Kirche), The Oaks (North Sydney, riesiger Pub mit Biergarten, Billiardräumen und Steaks zum Selbergrillen)
  • Coogee Beach: Palace & Coogee Bay Hotel (von Mittwoch bis Sonntag feiert sich hier das "Strandvolk")
  • Auch die grossen Pubs in Bondi sind jeden Abend voll


Lohnende Ausflugsziele in der näheren Umgebung von Sydney (zumindest vor den Buschfeuern im Dez.2001 / Jan. 2002) waren:

  • "Mount-Ku-Ring-Gai" Nationalpark, in dem man neben Bushwalking-Touren auch den Aussichtspunkt West Head und das Ausflugslokal Cottage Point (wird auch von Wasserflugzeugen von Rose Bay aus angeflogen) besuchen sollte; für Segler lohnt sich auch, mit einem Boot die weitverzweigten fjordähnlichen Buchten und Flußläufe zu erkunden;
  • Royal National Park, der älteste Nationalpark Australiens, von dessen Steilküste aus man zur richtigen Jahreszeit sehr gut Wale beobachten kann;
  • Blue Mountains, mit den Wentworth Falls, Three Sisters und anderen markanten Felsformationen
  • Hunter Valley, eines der größten Weinanbaugebiete Australiens
  • Port Stephens, ein weiterer natürlicher Hafen mit Meerzugang in der Nähe der Stadt Newcastle, ca 150 km nördlich von Sydney. Dort kann man fischen, segeln und eine große Dünenlandschaft besichtigen, sowie Pelikane und Delphine beobachten.
  • Für ein verlängertes Bade-Wochenende bietet sich auch ein Ausflug nach Jervis Bay an, wo es ca. 200 km südlich von Sydney sehr feine weiße Strände gibt.


Das liebe Geld: Einkaufen + Wohnen
Der Kurs des Australischen Dollars bewegte sich in den letzten Jahren um den Wert von DM 1,20 +/- 10%. Allgemein waren die Lebenshaltungskosten im Vgl. zu Deutschland leicht erhöht. Die Artikel in den Supermarktketten "Coles" und "Franklins" waren in der Mehrheit ca.20% teurer. Einzelne deutliche Unterschiede ergaben sich beim Fleisch (oft deutlich billiger,z.T nur die Hälfte) und bei alkoholischen Getränken (i.d.R. 50% teurer). Seit Januar 2001 ist allerdings Aldi in Australien am Markt, mit dem Ziel, die etablierten Supermärkte zu unterbieten. Es ist die Frage, ob das mittlerweile zu günstigeren Verbraucherpreisen geführt hat.
Der Frisörbesuch war jedenfalls günstig, den billigsten Herren-Trockenhaarschnitt gab es für 6 Dollar.

Das Mietniveau in Sydney ist mit dem deutscher Metropolen zu vergleichen. Das Wohnen ist hier von allen Städten in Australien am teuersten. Das mag teilweise auch daran gelegen haben, dass im Vorfeld der Olympiade 2000 die Preise ordentlich angestiegen sind, allerdings glaube ich nicht, dass es hinterher wieder preiswerter wurde. Grundsätzlich steigen die Mieten, je weiter man nach Osten und ans Wasser kommt. Double Bay, North Sydney, Paddington, Bondi und die City sind sehr teuer. Dennoch gibt es auch dort Möglichkeiten, ein WG-Zimmer für ca. AUD 100 - 150 pro Woche (gezahlt wird nämlich wochenweise) anzumieten. Der Wohnstandard ist durchschnittlich niedriger, was z.T. an der Bauweise der Häuser liegt: Leichtbauweise, selten Heizung und Keller, keine Schallisolierung oder Doppelverglasung, "Englische" Traditionen wie Teppichboden fast überall (manchmal auch im Bad). Oft ist das Mobiliar auch alt und man muss beim Einzug erst mal gründlich sauber machen und in besonders hartnäckigen Fällen auch schon mal den Kammerjäger verständigen. In den 3-4 "Winter"-Monaten Mai, Juni, Juli, August hilft man sich mit elektrischen Radiatoren oder einem Heizgebläse.

Insgesamt kann man für Studiengebühren, Miete, einer Urlaubszeit von ca. 6 Wochen und einem "ordentlichen" studentischen Privatleben mit Gesamtausgaben von TDM 50 - 60 pro Jahr rechnen. Nach oben hin ist da natürlich noch viel Luft, nach unten etwas weniger.


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Bewerbung

Zuständig für Ihre Bewerbung ist das Institut Ranke-Heinemann.

Semestertermine

Semester 1/2012
Semesterbeginn:
05.03.2012
Semesterende:
30.06.2012

Semester 2/2012
Semesterbeginn:
30.07.2012
Semesterende:
24.11.2012

Fakten

Cricos code:
00026A

Anzahl Studierende:
47000

Anzahl ausländische Studierende:
8690

Stadt:
Sydney

Bundesstaat:
New South Wales

Website:
The University of Sydney

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Ausgabe 8 - Flug nach Down Under + Ausgefallene Studiengänge

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